Mittwoch, 23. Dezember 2009

"Audimaxforum" - Macht keinen Spaß sich so was durchzulesen...

sollte man aber vielleicht trotzdem tun:
http://203301.homepagemodules.de/f2-Audimax-Besetzung.html

Quelle plus "kritische Rezeption": http://de.indymedia.org/2009/12/269507.shtml?c=on#comments2

Dokumentiert: Mopo über die fehlende Zahlungsmoral der Universität

UNI-MITARBEITER KLAGEN AN:

"Wir kriegen kein Geld!"

Mehrere Studenten warten seit Oktober auf ihre Bezahlung.

VON SIMONE PAULS

Bezahlt die Universität Hamburg einige studentischen Mitarbeiter nicht? Das berichtet zumindest Student Jan Horak (22). Seit Oktober habe er kein Geld für seine Tätigkeit als Betreuer von Erstsemestern bekommen - und er kenne weitere studentische Mitarbeiter, denen es genauso geht. Der Student ist erbost.

Jan Horak studiert Medien- und Kommunikationswissenschaften im fünften Semester. Seit anderthalb Jahren jobbt er an der Uni als Tutor und betreut Studenten im ersten Jahr. "Bislang hat es mit der Bezahlung immer geklappt", sagt er. Seit Beginn des Wintersemesters im Oktober sei dies anders. "Bislang habe ich kein Geld bekommen", sagt er. Jan Horak arbeitet viereinhalb Stunden pro Woche und verdient 180 Euro/Monat. Er wartet schon auf 450 Euro.

Jan Horak fragte mit betroffenen Kommilitonen wie Stefanie Claußen (35) bei der Verwaltung des Departments Sprache, Literatur und Medien nach. "Die Verwaltung begründet das Ausbleiben der Zahlungen mit Personalmangel und EDV-Problemen", so der Student. Bei großer Not könne er ja einen Antrag auf beschleunigte Bearbeitungen stellen. Frechheit, findet er.

An der Uni kann man die Vorwürfe nicht bestätigen, denn alle Verantwortlichen sind in den Weihnachtsferien. Dort ist Jan Horak nun auch, bei seinen Eltern. "Zum Glück. Denn ich habe mittlerweile kaum noch Geld."


Link: http://www.mopo.de/2009/20091224/hamburg/panorama/wir_kriegen_kein_geld.html

Sonntag, 20. Dezember 2009

Besetzte Unis: Internationaler Solidaritätspakt in Potsdam beschlossen

Gestern (19.12.09) wurde in Potsdam ein internationaler Solidaritätspakt der Besetzerinnen und Besetzer beschlossen. Im Falle einer Räumung sollen in allen Städten koordinierte Aktionen stattfinden. Den Verantwortlichen soll klar sein, dass es sich bei den Besetzungen in diversen Universitäten nicht um isolierte Aktionen handelt, sondern dahinter eine europaweit eng vernetzte studentische Bewegung steht. Polizeigewalt auf Universitäten wird nicht akzeptiert.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Dokumentiert: Juso-Kernforderungen

Die Juso-Hochschulgruppe fordert:
1. Eine sofortige Abschaffung von Studiengebühren!
2. Die massive Erhöhung der Bildungsausgaben!
3. Einen breiten Diskussionsprozess über eine Novellierung des Hochschulgesetzes!
4. Eine Demokratisierung der Universität vor allem die Reaktivierung des Akademischen Senates als höchstes beschlussfassendes Gremium!
5. Eine Reform aller neuen Studiengänge unter Beteiligung studentischer Vertreterinnen und Vertreter!
6. Mehr Zulassungen für BewerberInnen ohne Abitur nach HWP-Vorbild und ein Erhalt des Fachbereichs Sozialökonomie!
7. Den Erhalt der Fächervielfalt an der Universität!
8. Eine konstruktive Zusammenarbeit aller politischen Listen und Protestgruppen zur Durchsetzung dieser Forderungen!


Quelle: http://www.jusos-unihamburg.de/downloads/flugibriefwahl.pdf

Dienstag, 15. Dezember 2009

Berliner Jusos im AStA HU unzufrieden mit Streik und Besetzung


Ursache: Streik ist nicht links genug.

http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/linkes-biotop-will-feucht-bleiben/

Dokumentiert: "Aufruf zum Wechsel"

„Du hast die Wahl!“ - Für einen Wechsel in der Hochschulpolitik!
Aufruf zur Wahl des Studierendenparlaments

Es ist soweit. Die Wahlen zum Studierendenparlament (Stupa) für die Legislatur 2010/2011 stehen vor der Tür. Im Dezember kann per Briefwahl und vom 11. bis 15. Januar 2010 an den Urnen das Studierendenparlament (Stupa) gewählt werden. Das Stupa fasst Beschlüsse zu aktuellen (hochschul-)politischen Themen und bestimmt die Richtlinien für die Arbeit der studentischen Selbstverwaltung. Außerdem wählt das Stupa den AStA (Allgemeinen Studierendenausschuss), der für die Umsetzung der politischen Arbeit zuständig ist. Mit der Wahl wird über den politischen Kurs des AStA in den kommenden zwei Semestern entschieden und sie hat somit große Bedeutung.

1. Zur Politik des amtierenden AStA der letzten Jahre
Seit vier Jahren wird der AStA der Uni Hamburg maßgeblich von der Juso Hochschulgruppe, diversen Fakultätslisten (Jura-, Wiwi-, Medizinerliste) und der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) getragen.
Diese Listen haben in all den Jahren einfallslose „Stellvertreter_innenpolitik“ kultiviert. Politische Initiativen wie der Studiengebührenboykott, die Urabstimmung für die Gebührenfreiheit des Studiums und Bewegungen wie der Bundesweite Bildungsstreik, die auf das Engagement aller Studierenden zielten, gingen an der Uni Hamburg nie vom AStA aus und wurden in der Regel von ihm auch nicht unterstützt. Auch aus der aktuellen Gebührenfreiheits-Kampagne [www.gebuehrenfreiheit.de] sowie der Audimax-Besetzung [www.hamburgbrennt.blogspot.com] als direkter Aktion des zivilen Ungehorsams / Aneignung der Universität hält sich der derzeitige AStA raus.
In den ganzen vergangenen vier Jahren hat der AStA keine einzige Vollversammlung organisiert und keine einzige Demonstration angemeldet, obwohl es wahrlich genug Gründe für Protest, kritische Fragestellungen und Diskussionen gab und gibt. Der „Wir regeln das für Euch“-Politikstil des amtierenden AStA sieht nicht vor, dass Studierende sich für ihre eigenen Interessen engagieren und organisieren. Stattdessen wird vom derzeitigen AStA eine intransparente und anbiedernde „Hinterzimmerpolitik“ betrieben.
Gänzlich versagt hat er im SoSe '09 in der Kontroverse um die ehemalige Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz. Während sich unter den Studierenden wegen ihres hochschulpolitischen Kurses und ihrer Verbindung zur Rüstungsindustrie Widerstand formierte und sich im SoSe 2009 auch über 120 Professor_innen sowie mehr als 170 wiss. Mitarbeiter_innen berechtigterweise öffentlich gegen sie wandten und ihre Ablösung forderten, erzählte der AStA der Presse bis zuletzt, die „Uni-Präsidentin müsse zeigen, dass sie die ganze Uni hinter sich habe“. Von Kritik keine Spur!

2. Zur AStA-Koaliton im Stupa
Die AStA-Koalition im Studierendenparlament zeichnete sich in den letzten Semestern durch eine unterdurchschnittliche Informationspolitik aus. Die Abgeordneten der AStA-Koalition im Stupa bleiben den Vertreter_innen der Opposition in der Regel Antworten auf kritische Nachfragen schuldig und würgen inhaltliche Diskussionen oftmals mit formalen Mitteln ab. Häufig wurde nur auf Druck der Oppositionslisten überhaupt mitgeteilt, womit der AStA sich aktuell beschäftigt. Meist wird dies in einem launischem Vortrag erledigt, der weder Details enthält noch zufriedenstellende Antworten liefern konnte.
Die Mehrheit der derzeitigen AStA-Koalition im Stupa ist aktuell außerordentlich knapp und besteht nur aufgrund einer Tolerierungsvereinbarung durch die erzkonservative Liste des „Rings Christlich-Demokratischer Studierender“ (RCDS).

3. Zur Juso-Hochschulgruppe in Hamburg
Die größte Fraktion in der AStA-Koalition ist seit 2006 die Juso Hochschulgruppe (Juso HSG). Gemeinhin gelten die Jungsozialisten zwar als (gemäßigt) linke Jugendorganisation der SPD. Dies ist jedoch bei der Juso HSG an der Uni Hamburg definitiv nicht der Fall. Dies zeigt sich an der von ihnen verantworteten Hochschulpolitik der letzten Jahre genauso wie an personellen Verbindungen zu Vertretern des rechten Flügels in der SPD. Auch innerhalb der bundesweiten Organisation der Jusos, die z.B. zur Unterstützung des Bildungsstreiks aufruft, stehen sie mit ihrer autoritätshörigen politischen Ausrichtung und ihrer Verbindungen zum rechts-konservativen „Seeheimer Kreis“ in der SPD isoliert da. Diese Verbindung besteht über den SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs, der im Bundestagswahlkampf finanziell stark von der Rüstungsindustrie „unterstützt“ wird. Friedenspolitisch aber auch „bewegungsorientierte“ Wähler_innen sind bei der Hamburger Juso Hochschulgruppe also definitiv an der falschen Adresse.

4. Zur Rolle der AstA-Vertreter bei der „Wahl“ Dieter Lenzens
An Auweter-Kurtz' Stelle als Uni-Präsidentin soll nach dem Willen des Hochschulrats ab Anfang nächsten Jahres Dieter Lenzen, bisheriger Präsident der FU Berlin, treten. Er steht mit seiner Person und seinen vielfältigen Verflechtungen mit diversen Lobbyorganisationen (z.B. „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, „Aktionsrat Bildung“) eindeutig für eine ausschließlich an den Interessen der Wirtschaft ausgerichtete Hochschulpolitik. Damit steht Lenzen für das Konzept einer wettbewerbsorientierten Universität, die sich selbst vermarkten und als „exzellent“ präsentieren muss, um Drittmittel einzuwerben und in den fragwürdigen Hochschul-Rankings besser als der Rest abzuschneiden. Gleichberechtigte demokratische Mitbestimmung der Studierenden und Lehrenden in der Selbstverwaltung sind da nachrangig.
Lenzen folgte so dem vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) – dem Think Tank von Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann – vertretenen Leitbild der „entfesselten Hochschule“ und wurde dafür auch 2008 vom CHE und der Financial Times Deutschland (FTD) zum „Hochschulmanager des Jahres“ gekürt. Es ist somit zu befürchten, dass er die unter Auweter-Kurtz begonnene Transformation der Universität in eine „Bildungskaserne“ in rhetorisch geschickterer Form, aber konsequent fortführen würde.
Sowohl wegen des „Wahl“-Verfahrens, als auch wegen der strittigen Personalie ist Protest und Widerstand mehr als nötig. Dieser wurde u.a. im Rahmen der Audimax-Besetzung auf einer Vollversammlung mit ca. 2000 Studierenden engagierten Studierenden, öffentlich artikuliert. Doch wie verhielten sich die studentischen Vertreter der AStA-Listen im Akademischen Senat? Benjamin Gildemeister (Juso HSG) votierte, weil es angeblich auch im Interesse aller Studierender sei, für Lenzen! [siehe http://www.youtube.com/watch?v=11CM8frwW90]
Auch am intransparenten Verfahren zur Präsident_innen-Findung selbst hatte der AStA nichts auszusetzen. Nach den breiten Protesten kritisiert man nun hinter vorgehaltener Hand, aber nur zaghaft. Glaubwürdig ist das bei Leibe nicht, sondern eine kalkulierte„
Trittbrettfahrermasche“, die ausgepackt wird, weil den AStA-Listen die Felle davon schwimmen.

5. Für einen grundlegenden Politikwechsel!
Es ist illusorisch, anzunehmen mit Stellvertreter_innenpolitik à la „Wir machen das für euch“ wirksam Einfluss nehmen zu können. Wir wollen die aktive Vernetzung mit außerparlamentarischen Initiativen wie dem Bildungsstreik-Bündnis oder Gewerkschaften betreiben, um politisch Einfluss auf die Entwicklung der Hochschulentwicklung und die Wissenschafts- / Hochschulpolitik nehmen zu können. Wir rufen zur Maximierung der Kritik an den derzeit stattfindenden Transformationen der Hochschulen und der Gesellschaft auf. Wir wollen alle Mitglieder der Universität zum eigenen Engagement an der Basis (z.B. in Fachschaftsräten) ermutigen. Praktische Aktion (Demonstrationen etc.) und theoretische Reflexion müssen dabei Hand in Hand gehen.
Informiere dich kritisch über die zur Wahl stehenden Listen. Überleg' dir, ob du für ein „Weiter-So“ stimmen willst oder für eine Studierendenvertretung, die mit Dir und für alle Politik machen will. Es kandidieren viele engagierte progressive linke Listen (siehe unten). Es ist Zeit für einen Wechsel!

Unterzeichnende Listen:

- Stop Bertelsmann - www.stop-bertelsmann.de
- Regenbogen AL - www.regenbogenhamburg.de
- Linke.SDS - www.dielinkesdsunihamburg.blogspot.com
- Campus Grün - www.campusgruen.org

Dokumentiert: CampusGrün blickt zurück

Das vergangene Jahr im Studierendenparlament (StuPa) war für CampusGrün mit einer Reihe von Enttäuschungen verbunden. Nachdem wir als zweitstärkste Kraft ins Stupa einzogen waren, stellten wir fest, dass den meisten anderen Hochschulgruppen nicht daran gelegen war, sich ernsthaft mit alternativen Meinungen auseinander zu setzen. Das spiegelte sich zunächst darin wieder, dass sich die Listen der derzeitigen AStA-Koalition gegenseitig verboten mit uns Koalitionsgespräche zu führen. Dies zog sich über zwei Monate hin. Dann fiel jedoch auf, dass sie ja gar keine Mehrheit mehr im StuPa haben, und so war die Koalition bereit, sich mit uns zu befassen, nicht aber zu Zugeständnissen.

Daran krankt zurzeit die studentische Selbst­ver­wal­tung. Der AStA besteht seit einigen Jahren aus der so­ge­nann­ten „Vernunft“, einem festen Block aus un­ter­schied­li­chen Hoch­schul­grup­pen, namentlich: Juso HSG, Liberale Hochschulgruppe, Wiwi-, Jura- und Mediziner-Liste. Diese Vereinigung hat sich – so die Behauptung – aus einem Zusammenschluss von Gruppen gebildet, um einen linken AStA zu verhindern. Durch die Verhinderung von „Feindkontakt“ sollte gewährleistet werden, dass dieser Block in seinen Bestandteilen erhalten bleibt. Durch die Verhandlungen im Block wurde auch versucht einzelne Teilgruppen am Ausscheren zu hindern. Konkret heißt das für die WählerInnen, dass z.B. eine Stimme für die Jusos, indirekt die Macht der Wiwis und der LHG mit sichert (und andersherum). Besonders schwerwiegend durch das Tolerierungsabkommen mit dem RCDS hieß dies: Eine Stimme für die Jusos war eine Stimme für den RCDS. Die Auseinandersetzung mit politischen Inhalten nach jeder Wahl ist faktisch ausgeschaltet. Der Koalitionsvertrag - wenn es ihn denn gibt - bleibt seit Jahren unter Verschluss. Dieses Vorgehen ist problematisch, da es nie an die WählerInnen kommuniziert wurde. Es entsteht der Eindruck, dass die beteiligten Hochschulgruppen zum größten Teil nur Stimmvieh zur Verfügung stellen, während die Entscheidungen vor allem aus anderen Kreisen kommen.

Auf der anderen Seite stehen die Oppositionsgruppen, die im vergangenen Semester entweder durch linksideologische Verblendung jede Diskussion im Keim erstickten, oder wie zum Beispiel die Mitglieder von Regenbogen gar nicht erst zu StuPa-Sitzungen erschienen. Der jetzige AStA-Vorstand scheint der Aufgabe der Vetretung studentischer Interessen in schwierigen Zeiten nicht gewachsen zu sein. Der Alltag immerhin scheint weitestgehend gemeistert zu werden, ein erfolgreiches Campus Open-Air, ein paar Kulturkurse, die Filmnacht im Abaton. Immerhin mag man denken. Doch als politische Interessenvertretung gefragt war, ging es regelmäßig mit 180 Sachen den Holzweg hinunter. Bei wichtigen politischen Auseinandersetzungen wird reagiert statt agiert, und das fast ausnahmslos zu spät. Und selbst dann, sind klare Forderungen und Ziele nicht zu finden. So hielt man bis zuletzt an Frau Auweter-Kurtz fest, die nicht die Interessen der Studierenden vertrat.

Die teilautonome Interessenvertretung der Frauen wurde in der letzten Legislatur komplett abgeschafft. Die ausländischen Studierenden haben seit dem Sommer 2008 keine legitimierte Interessenvertretung. Das liegt daran, dass die AStA-Mehrheit sich weigerte die Wahl anzuerkennen und die gewählten Referenten zu bestätigen. Darüberhinaus bemühen sie sich bis heute nicht um eine angemesse Lösung des Problems und der Wahlverlierer bleibt im Amt. Auch beim Bildungsstreik fuhr der AStA einen Zickzack-Kurs: Die Finanzierung wurde den ASten der TU-Harburg und der HAW überlassen, während sich der AStA der Uni-Hamburg gleichzeitig politisch von ihm distanzierte und zu ihm aufrief. Auch die jüngste Besetzung des Audimax scheint da keine Ausnahme zu sein. Man lehnte einen Antrag im StuPa, der die Solidarität mit den Besatzern der Uni Wien und des Audimax an der Uni Hamburg bekunden sollte, ab. Wir meinen, dass ein AStA sich an die Spitze der Bewegung stellen sollte. Die Vernunft-Koalition vertritt nicht die studentischen Interessen, sondern steht vordergründig für ihren eigenen Machterhalt und muss deswegen von uns allen abgewählt werden.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Nachgereicht: GAL beobachtet "von außen"

"Eva Gümbel, wissenschaftspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, kritisiert dieses Verfahren und die mangelnde Transparenz bei der Wahl Lenzens: „Es war ein großer Fehler, dass keine öffentliche Anhörung des Kandidaten stattgefunden hat. Die chaotischen Umstände seit Donnerstag können - von außen betrachtet - nur als fragwürdig bezeichnet werden. Der Hochschulrat hat zum wiederholten Male bewiesen, dass er mit der Aufgabe der Wahl eines Präsidenten offenbar überfordert ist. Wenn aber der Hochschulrat nicht zum Wohle der Universität arbeitet, dann stellt sich für mich die Frage seiner Legitimität.“

Tief blicken lässt so etwas. Zum einen gibt die GAL - oder zumindest Frau Gümbel ("Am 24.02. Grün wählen und damit Studiengebühren abwählen!")- zu, bestimmte Vorgänge nicht wirklich mitzuverfolgen oder halt "von außen". Zum Anderen gibt man damit auch die reine Zuschauerrolle im hochschulp0litischen Sektor zu. Eine halbtraurige Pressemitteilung und ein an Dieter Lenzen gerichteter Glückwunsch ob der vollkommenen Machtlosigkeit beim Wahlvefahren komplettieren ein desolates Bild der grünen Unipolitik.
Das Tragische: Die Arbeitsweise des unter Jörg Dräger eingerichteten Hochschulrats ist bedauerlicher Weise nicht neu. Nicht ein Mal in der GAL-Fraktion. Ein klassischer Fall von: "Oh, wie gemein es ist schon wieder nicht so gelaufen wie wir wollten". Nur leider sitzt man jetzt in der Regierung und hätte durchaus etwas daran ändern können.
Die GAL - oder wenigstens Gümbels Vorgängerin Heike Opitz - hat das nicht nur gewusst sondern auch etwas konkreter benannt. Und zwar als Monika Auweter-Kurtz zur Unipräsidentin gewählt wurde. So schrieb das Abendblatt am
22. Juli 2006:

Erstmals wurde die neue Präsidentin nicht mehr in der Uni selbst, sondern durch das neu vorgeschaltete Gremium Hochschulrat gewählt. Im Hochschulrat besitzen Vertreter der Universität Hamburg gar keine Mehrheit. Die GAL-Hochschulexpertin Heike Opitz fordert, diese Regel wieder zu ändern: "Es kann nicht sein, daß Fachfremde die Entscheidung darüber treffen, wer an der Uni das Sagen haben soll und der Akademische Senat das dann nur noch abnicken darf."

Andere Legislatur, zwei Wochen nach der Wahl durch den Hochschulrat bleibt der GAL nicht mehr als zu gratulieren. Die SPD gratuliert vorsichtshalber gleich mit.
Für Weiteres empfiehlt sich das SPD-Blog hh-heute:

http://www.hh-heute.de/uni-lenzen-nimmt-seine-wahl-an/


Das Campusgrün als grüne Vorfeldorganisation eine eher verwirrende Rolle spielt, zeigt sich auch durch den Umstand, dass man zwar nicht gegen Lenzen gestimmt hat, aber nun das Verfahren in Zweifel zieht. Danach wohlgemerkt.

Und jetzt Musik: "Not My President"

Dokumentiert: FSRe EPB zur ErzWissListe

http://webapp5.rrz.uni-hamburg.de/fsr-db/wordpress/?p=564

Montag, 7. Dezember 2009

The good the bad and the ugly

http://student.org.uni-hamburg.de/LINKS/Wahl-2010.htm#wuda

Klassisch Rechts…
„RCDS“ („Ring Christlich-Demokratischer Studenten“)

Er existiert seit 1951 und hat sich seitdem prinzipiell nicht verändert.

„Weltoffen-patriotisch“ ist ein Gegensatz in sich. Seine Mitglieder wollen also alles, wie es ist. Sein Novum in den Forderungen ist die „Einrichtung eines Lehrstuhls für katholische Theologie“ (Papst).

Der konservative Ring stützt den AStA, d. h. er hält ihn fest.

„Campus International“

Sie hocken nach wie vor im AStA, obwohl sie seit gut einem Jahr abgewählt sind.

Auch sie sind mit allem Desaströsen (Ba/Ma, Studiengebühren etc.) einverstanden und beraten dazu für das Irgendwie-Klarkommen in ihren Sprechstunden.

Das ist nicht international, sondern in Tateinheit brav und undemokratisch.

„Freiheitliche Liste“

„Freiheit!“ sei ihr „Schlagwort“, und dahinter verberge sich ein „Traum“.

Das klingt nach Jörg Haider und ist möglicherweise nicht so schlimm gemeint.

Ihre Kritik am amtierenden AStA ist, daß er zu wenig Service leiste.

Unsere Kritik am amtierenden AStA ist, daß er keine politische Interessenvertretung praktiziert.

Gemäßigt Rechts (eifrig-konformer Einsatz mit Methode)
„LHG“ „Liberale Hochschulgruppe“

Die Liberalen geben sich dieses Jahr etwas mehr Mühe, weil sie merken, woher der Wind weht.

Die Westerwelle-Jugend leugnet ihre Parteigebundenheit ab. (Schwarz-Gelb ist ja auch wirklich nicht so toll.)

Sie will mehr Service und Betreuung an der Uni und mehr Masterplätze; allerdings bei Bevorzugung der heimischen Studierenden.

Ihr Schmankerl: „Pokerturnier“.

Sozial-liberal oder bürgerrechts-liberal ist das mitnichten.

„wiwi-Liste“

Auch hier: „Master Heimvorteil für Hamburger Studierende!“ Sie sind das organisierte Einverständnis mit Studiengebühren, Ba/Ma, Fakultäten, Gemütlichkeit und mit Herrn Lenzen.

„Wir setzen uns für Schließfächer ein, die man monatsweise mieten kann.“ Also: Die Mietservice-Hochschulgruppe und keine Interessenvertretung.

Ihr „Weiter So!“ ist verantwortlicher Teil der Krise.

„JuraListe“

Ihre Ideologie sei frei von „ideologische(r) Verblendung“. „Für das Rechtshaus.“ Der ganze Mist der letzten Jahre ist für sie in Ordnung, er soll nur besser verwaltet und ein wenig korrigiert werden („Transparenz bei der Verwendung von Studiengebühren.“).

Hier ist man (frau auch) Gundelach-freundlich und Lenzen-kompatibel – ergo die Negation von „'68“.

„Die Medizinerliste“

Auch sie stagnieren und merken nicht, daß die Medizin etwas anderes sei als die Reparatur der Maschine Mensch, die Uni mehr als das UKE, Interessenvertretung besseres als günstigeres Mensa-Essen und Examensbälle sowie Herr Lenzen nicht der richtige Kandidat als Präsident für die Uni.

„Zukunft“ hat das nicht. Die Welt in weiß ist kalt und teuer.

„hisverjus“

Heinz Drews bemüht sich weiterhin auf sozial-konservativer (nationaler) Basis um Wahrheit und Gerechtigkeit.

Das kann nicht gelingen, da Kritik und Widerstand negiert werden und die Harmonie bevorzugt wird.

Krieg und Diktatur (1933 – 1945) verlangen jedoch die Verneinung.

Für Frieden, Demokratie, sozialen Fortschritt und kulturelle Emanzipation.

Liberal…
„Die Geisteswissenschaften“

„IchWillWas“ „Schreib uns!“

Viele Fächer sind gut, Ba/Ma nicht flexibel genug, Studiengebühren sollen transparent und demokratisch verwendet werden, StiNE soll besser funktionieren und ein teureres Semsterticket soll auch mehr Leistungen enthalten.

Und dann?

„Die EPB-Liste Erziehungswissenschaft-Psychologie-Bewegungswissenschaft“

Ihre Etiketten sind: „studentische Mitbestimmung“, „keine Studiengebühren“, „Masterplätze für alle“ usw. – ohne bisher nennenswert dafür gewirkt zu haben.

„Die EPB-Liste“ ist der amtierenden AStA-Koalition nahe. Ihre Linie: „Korrektur“.

„Kultur Campus“

Hier sammelt sich das Gemütlichkeitskommando des aktuellen AStAs („wiwi“-, „Jura“-, „Medizinerliste“, „LHG“, „Realos“/„Jusos“, unterstützt vom „RCDS“).

Wer schon keine Freude im Studium hat, soll wenigstens feiern.

Trocken Brot und feuchte Spiele.

Paternalistisch Sozial…
„Uni P.U.R.“

Fünf Kommilitonen sitzen ohne Kleidung in den Hörsaalbänken und lassen sich von einer Kommilitonin anlächeln: „produktiv“, „unabhängig“ und „repräsentativ“.

Wessen Interessen werden hier vertreten?

„Realos“ („Juso-Hochschulgruppe“)

Bei Verschleierung der Parteiverbindung zur SPD heften sich die Kofferträger von Johannes Kahrs und Olaf Scholz die Ergebnisse studentischer Bewegung an ihr Etablierten-Sakko.

Ihre Aufgabe wäre: „Starke Opposition gegen den Schwarz-Grünen Senat!“ Dabei haben sie im Akademischen Senat Dieter Lenzen als Präsidenten bestätigt.

„Realos“ haben kurze Beine.

Linksliberal…
„CampusGrün“

Ohne „Schwarz-Weiß-Denken“ – also ohne allzu viel Opposition – sind sie gegen Studiengebühren, gegen die Verlagerung der Uni auf den Grasbrook und den Hochschulrat. Über ihre Mutterpartei, die ja Partnerin der CDU ist, schweigen sie sich aus.

Ansonsten votieren sie für Solardächer und ein flexibleres StiNE.

Grün ist eben auch so eine Art von Programm.

„St. Pauli“

Again: Gunnar gilt unser freundlicher Gruß für seine Unermüdlichkeit.

Die Bestandsgarantie der teilautonomen Referate im AStA, die Position „gegen rechts“, „Ökologie“, „Basisdemokratie“ und „die Gleichstellung von Mann und Frau“ sind Programm.

Ernsthafte Arbeit im Studierendenparlament soll auch wieder sein.

Gutes Gelingen.

Skurriles…
„Liste für Tierbefreiung“

Die Gleichsetzung von Menschen und Tieren ist nicht haltbar.

Auch den vollständigen Verzicht auf den Verzehr von Fleisch, Milch und Eiern halten wir nicht für sinnvoll und bekömmlich.

Dennoch: Die menschliche Gesellschaft ist zur Zeit höchst unmenschlich. Das ist zu ändern.

Der Empfehlung, „eine der anderen linken Listen zu wählen“, ist zuzustimmen.

Links (und liberal)…
„Piraten-Hochschulgruppe“

Eine bürgerrechtliche Vereinigung für Datenschutz, Open Source und gegen Studiengebühren. Alles mit einer Prise sogenannter Ideologiefreiheit.

„Regenbogen/Alternative Linke“

Um es gleich vorweg zu sagen: Die schönste Forderung ist die nach „Opposition gegen die neoliberale Ideologie der Ökonomisierung aller Lebensbereiche!“ Von wem wird das gefordert?

Ansonsten stehen Gebührenfreiheit, Bildung als Menschenrecht, Antifaschismus und kritische Bildung auf dem Programm.

Alles bunt nebeneinander, aber nicht falsch.

„Stop Bertelsmann“

Der Name ist Programm.

Der Bertelsmann-Konzern (Medien) steht hinter dem CHE (Centrum für Hochschulentwicklung), einem maßgeblich Brain-Trust für neoliberale Hochschuldeform. Jörg Dräger, ehemals Wissenschaftssenator in Hamburg, ist nun Geschäftsführer des CHE.

„Stop Bertelsmann“ klärt über diesen Zusammenhang auf und plädiert für eine Allgemeinwohlorientierung der Wissenschaften.

„die linke.sds“

Hier kandidiert wieder unsere jüngere Schwester, die von der WASG bzw. aus dem Department für Wirtschaft und Politik (DWP, frühere HWP) kommt.

Richtige Forderungen sind: „Gebührenfreiheit“, „Offene Hochschulen“, die Allgemeinwohlorientierung des Studiums sowie die Ablehnung von Ba/Ma.

Links…
Fachschaftsbündnis

Die Universität ist ihnen eine zivile Einrichtung, die sozial offen sein muß. Demokratische Strukturen sind unerläßlich. Studiengebühren, Ba/Ma und StiNE sind abzuschaffen. Ein besseres Leben aller die politische Ambition.

Gemeinsame Liste (1) zum Akademischen Senat: Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!).

harte zeiten – junge sozialisten und fachschaftsaktive

Hier sind die echten Jusos am Werk.

Krieg ist nicht Frieden; Rechts ist nicht Links; Lüge nicht Wahrheit; Diktatur nicht Demokratie und Solidarität wird durch Erkenntnisse in der Tat gebildet.

Gemeinsame Liste (1) zum Akademischen Senat: Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!).

Liste LINKS

Eindeutig vor die Wahl gestellt:
Griesgrämig stets oder wohl heiter?
In dieser vollgemachten Welt,
Ein jeder auf der Hühnerleiter,
Der sich erhebt und nicht den Mist erhält,
Ist wohl gescheiter.

Gemeinsame Liste (1) zum Akademischen Senat: Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!).

Wir wünschen eine erhellende Lektüre.

Samstag, 5. Dezember 2009

Kaminfeuergeschichten der Hochschulpolitik: Meinhard entlarvt die Linken



Erzähler: "Es begab sich aber zu der Zeit als wieder eine Wahl an der Uni Hamburg anstand und ein jeder der es nicht besser wusste zur Listenvorstellung in den Hörsaal ging um sich von Till Petersen schätzen zu lassen. Und so ging auch Meinhard aus Norderstedt mutig in das Pädagogische Institut um dem "selbstgefälligen AStA" und den "ideologischen Oppositionellen" mal so ordentlich die "Melodien der Freiheit" zu verkünden.
Aber lassen wir unseren Helden doch einfach selbst berichten was sich zutrug:
"Die erlangte Aufmerksamkeit nutzte Meinhard so gleich, um die "Liste Links" und ihre Hetze gegen die Freiheitliche Liste anzuprangern. "Wenn ich mir dann heute dieses Pamphlet der Lise 21 anschaue, also der linkesten unter den linken und ihr uns da als klassisch rechts einordnet, da frage ich mich schon:Was soll so ein Scheiß? Klassisch rechts das sind für euch Kampfbegriffe" Das Erstaunen stand den Agitatoren der "Liste Links" ins Gesicht geschrieben. Mit seinem klaren Plädoyer für Freiheit unterstrich Meinhard den klaren Kurs der Freiheitlichen Liste, keinem Lager anzugehören, sondern die Interessen der Studenten an der UHH im Blick zu haben."

--- Ein Kaminscheit fällt knackend zu Boden ---

Erzähler: Meinhard überraschte mit seine Eloquenz nicht nur sich selbst. Er sprach wie er schrieb. Das Plenum war berauscht, legte seine linksextreme Kleidung und Gesinnung ab. Till Petersen unterschrieb in Ekstase den Aufnahmeantrag für die INSM, Mitglieder des Fachschaftsbündnisses stimmten "I've been looking for Freedom" an, herbeigeeilte Jusos strömten auf dem Campus aus und demontierten ihre eigenen Plakate.
Da stieß ein Kommillitone Meinhard an und rief um zu: "Meinhard du hast uns gerettet! Aber jetzt gib nicht auf! Es gibt noch viele Universitäten. Berlin! Wien! Paris!" Und Meinhard sah ihn an und sagte: "Freie Wahl statt Master-Skandal" Er legte sich seinen freiheitlich-organgenen Flugmantel an und sauste von dannen.

Nach diesem Erlebnis sahen auch die Besetzer des Audimax ihre Fehler ein und bauten aus Unrat ein Monument für Dieter Lenzen. Sie exmatrikulierten sich um sich im nächsten Semester für BWL einzuschreiben.

Und so endet die Geschichte der linkesten unter den linken an der Uni Hamburg
.


Die ganze Geschichte sowie die Analyse warum der/diejenige mit den meisten Blogeinträgen die tollsten Wahlchancen hat findet man unter: http://freiheitliche-liste.blogspot.com/
http://freiheitliche-liste.blogspot.com/2009/12/meinhard-entlarvt-die-linken.html


Dokumentiert: Das Wochenprogramm des Audimax


Woche der Demokratie


Das AudiMax der Uni Hamburg ist nun schon seit über drei Wochen besetzt! Waren die ersten zwei Wochen von kapazitätsraubenden Reaktionen auf die „Wahl“ von Herrn Lenzen zum Präsidenten geprägt, entwickelt sich das besetzte AudiMax immer mehr zu einem unabhängigen Freiraum für bildungspolitische und gesellschaftliche Diskurse.


In diesem Sinne möchten wir alle Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie alle Hamburgerinnen und Hamburger zur „Woche der Demokratie“ vom 07. Dezember bis zum 11. Dezember einladen. Denn wir sehen in der Besetzung des AudiMax die Schaffung eines Ortes für Austausch, (kontroverse) Diskussion, Kommunikation und positive Veränderungsanstöße für Uni und Gesellschaft. Kurzum: Ein Ort, der anregend und gewinnbringend für Alle ist. Trotz kurzer Vorbereitungszeit ist ein vielfältiges und umfangreiches Programm entstanden, welches fortlaufend aktualisiert wird. Alle Veranstaltungen finden im besetzten AudiMax und dessen Umgebung statt. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen findet mensch unter www.woche-der-demokratie.de.


Programm

(alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, im besetzten Audimax [Von-Melle-Park 4] statt)


Montag, 7.12.2009:


10:00 Uhr Auftaktveranstaltung – Programmvorstellung, Konzeption und Ideenaustausch

... alle Willkommen



11:00 Uhr Überraschung! - Demokratische Schulen

Sebastian Deichmann ist Teil einer Gründungsinitiative für eine demokratische Schule im Hamburger Umland und aktiv in der European Democratic Education Community (EUDEC eudec.org) sowie in der internationalen Bewegung (IDEC). Er wird erst einen halbstündigen Vortrag halten und einen kurzen Dokumentationsfilm zeigen und dann mit dem Publikum diskutieren.



16:00 Uhr Workshop: Bildungsgebühren

Verschärfen Studiengebühren, Büchergeld etc. die soziale Auslese? Sorgen Bildungsgebühren für eine schnelle, unkritische, reibungslose Ausbildung? Dieser Workshop ist der Start für eine AG, die sich nun regelmäßig trifft und mit Themen rund um Bildungsgebühren auseinander setzt.



18:00 Uhr Die studentische Freiheitsbewegung im Iran

Informiert Euch über die aktuellen Geschehnisse sowie über die studentische Bewegung der letzten 60 Jahre im Iran. Nach einem historischen Abriss könnt Ihr erfahren wie Ihr konkret dabei helfen könnt, dass die Menschen im Iran nicht Ihrer Rechte beraubt werden.

Ort: Uni-Hauptgebäude (EdmundSiemensAllee 1), Hörsaal B !, (www.22khordadhamburg.com)



Dienstag, 8.12.2009:


10:00 Uhr Migration: "Illegalisierung Ursachen und Konsequenzen" (offenes Seminar)

Frau Ulrike Borchardt öffnet ihr Seminar für die Öffentlichkeit. Ein sich als Demokratie verstehendes System (hier die EU bzw. deren Mitgliedstaaten) versucht mit allen Mitteln – auch militärischen – Menschen, die das Pech hatten, in nichtdemokratisch verfassten Systemen oder armen Regionen geboren zu werden, nicht in den "Schengenraum" hereinzulassen, geschweige denn als gleichberechtigte Mitbürger zu akzeptieren.

Ort: WiWi-Bunker (Von-Melle-Park 5), Raum 0077 (Erdgeschoss)



11:00 Uhr Sind Zulassungsbeschränkungen (v.a. NC) rechtlich zulässig?

Joachim Schaller (Rechtsanwalt) wird erst einen Vortrag zur rechtlichen Situation rund um das Thema "Zulassungsbeschränkungen" halten und anschließend diskutieren. Gibt es Alternativen zu Zulassungsbeschränkungen?



12:00 Uhr Vortrag/Workshop: Klimakarawane – Indigener Widerstand in Panama / kleinbäuerliche Bewegung in Indonesien / Frauenbewegung in Kolumbien

Zwischen dem 3. und 9. Dezember fahren 60 Aktivisten und Aktivistinnen von sozialen Bewegungen aus dem globalen Süden von Genf nach Kopenhagen. Am 7. und 8.12. sind sie in Hamburg und sprechen auf mehreren Veranstaltungen. Der Anlass sind zwei Gipfeltreffen, die Ende 2009 in Europa stattfinden: die 7. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf und der UN-Klimagipfel in Kopenhagen. Die HANDEL-MACHT-KLIMA-Karawane 2009 will die Proteste gegen die WTO mit denen gegen den Klimagipfel verknüpfen.


Der Workshop behandelt folgende Themen: Indigene Bewegungen mit Guiseppe Villalaz (Allaince International de Indigenas); Kleinbäuerliche Bewegung in Indonesien mit Muhammad Karim La Moha - (La Via Campesina); Widerstand von Frauenbewegungen gegen Besprühungen von Plantagen, Monokultur, Agrofuels mit Leonor Viloria Gonzalez (La Fuerzy de las Mujeres Wayuu - Kolumbien)



12:00 Uhr Vorlesung: Struktur des globalen Neoliberalismus: Die Wissensgesellschaft

Die Universitäten werden derzeit in Produktionsstätten von gesellschaftlich blindem, kapitalistisch verwertbarem Wissen und Humankapital umgewandelt. In der Vorlesung wird es um die Rolle gehen, die in diesem Zusammenhang internationale Wirtschaftsabkommen wie das "Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen" (GATS) der Welthandelsorganisation (WTO) von 1995 und das

TRIPS-Abkommen von 1994 spielen. Anschließend wird es Raum für Diskussionen geben.


Vorlesung von Gerhard Stapelfeldt (Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg) zum Thema "Struktur des globalen Neoliberalismus: Die Wissensgesellschaft" (im Rahmen seiner Abschiedsvorlesung "Neoliberale Weltökonomie: Von der Krise 1975/82 zur Krise 2007/09")



16:00 Uhr Workshop: Freie und kritische Bildung

Wie sollte Lernen und Bildung in unserem Bildungssystem aussehen? Wie funktioniert Lernen ohne Zensuren und Leistungsdruck durch Lehrer oder Eltern? Wie können alle zusammen lernen, sodass es für alle von Vorteil ist? Was sind freie und demokratische Schulen? Dieser Workshop ist der Start für eine AG, die sich nun regelmäßig trifft und mit Themen rund um Bildung und Lernen auseinander setzt.



18:00 Uhr Vortrag/Diskussion: Demokratie und Mitbestimmung

Mitbestimmung ist nicht gleich Demokratie. In dieser Veranstaltung wird Herr Prof. Michael Th. Greven die beiden Begriffe erläutern und anschließend eine kontroverse These in das Publikum werfen. Denn Herr Greven ist für mehr Mitbestimmung aller Mitglieder der Universität, aber nicht für mehr Demokratie. Wir laden alle Interessierten ein, sich mit Mitbestimmung und Demokratie auseinander zu setzen. Herr Prof. Michael Th. Greven ist Politikwissenschaftler an der Uni Hamburg.



18:00 Uhr Vortrag: Die Exzellenzinitiative als Ideologie und Politik zur Neukonstruktion der deutschen Hochschullandschaft

Vortrag von Torsten Bultmann, Geschäftsführer des Bund demokratischer Wissenschaftler_Innen (BdWi) im Rahmen der vom Fachschaftsrat Germanistik an der Uni Hamburg veranstalteten Ringvorlesung „Baustelle Universität.



20:00 Uhr offene Diskussion: Exzellenz und Elite




Mittwoch, 9.12.2009:


12: 00 Uhr Migration: "Illegalisierte und Frontex" (offenes Seminar)

Frau Ulrike Borchardt öffnet ihr Seminar „Die Mittelmeerregion als Spannungsgebiet in der Nord-Süd-Problematik“für die Öffentlichkeit. Mit welchen Begründungen wird es Menschen verwehrt sich frei in dieser Welt zu bewegen. Und warum gehören Menschen aus eher armen Ländern zu so genannten Risikogruppen. Wieso illegalisieren Wir Menschen, die sich entscheiden, dass sie woanders leben wollen? Und wie agiert die hochgerüstete europäische Grenzschutzagentur Frontex gegenüber Migrant_innen? Leben Wir in einer „Festung Europa“?

Ort: Pferdestall (Allende-Platz 1), Raum 245 (2. Stock)



14:30 Uhr Vortrag/Diskussion: Die Vermessung der Utopie – Was kommt nach dem Kapitalismus?

In der Krise zeigt sich deutlich, dass der Kapitalismus zwar ein dynamisches, aber keineswegs effizientes System ist. Der permanente Wachstumszwang macht den Menschen nicht nur zur Arbeits-und Konsummaschine, sondern zerstört auch unaufhaltbar Natur. Mit Finanzgeschäften werden unvorstellbare Summen verdient und zugunsten einer kleinen Elite umverteilt. Kapitalistische Unternehmen werfen ständig neue Produkte auf den Markt; doch eben nur solche, die auch Gewinn

versprechen. So boomt beispielsweise der Markt für Diätpillen, während dringend benötigte Mittel für tropische Fieberkrankheiten unproduziert bleiben.


Insofern könnten die Tage des Kapitalismus längst gezählt sein, wenn sich nur klarer benennen liesse, wie eine andere Gesellschaft aussehen könnte. Denn der Staatssozialismus ist in den vergangenen Jahrzehnten auf nicht minder dramatische Weise gescheitert. Der Politikwissenschaftler Raul Zelik stellt Thesen aus dem mit Elmar Altvater verfassten Buch "Die Vermessung der Utopie" (BlumenbarVerlag) vor und diskutiert über

sozialistische Perspektiven, Machtfragen, Demokratie, Gemeineigentum, Plan / Markt und konkrete Ansatzpunkte für eine andere Gesellschaft.


16:00 Uhr Workshop: Hochschulgesetz

In Hamburg wird das Hochschulgesetz evaluiert! Wir möchten diese Möglichkeit nutzen und es selber evaluieren, um eigene Forderungen an die EvaluationsKomission vom Hamburger Senat geben zu können. Dieser Workshop ist der Start für eine AG, die sich nun regelmäßig trifft und mit dem Hochschulgesetz auseinander setzt.


18:00 Uhr Vortrag/Diskusion: Der demokratische Bürger – das Angstgespenst der Politik? Das Korsett der Bürgerbeteiligung & Der freie Studentenprotest

Niels Hanßen, Vorstandsmitglied beim Verein "Mehr Demokratie", erörtert Perspektiven demokratischen Handelns und deren Rezeption in Politik und Gesellschaft..



20:00 Uhr offene Diskussion zu Hochschulrankings



21:00 Uhr SoliParty: Schnacken und Abspacken...

...und gemütliches Zusammenkommen bei Musik und Kaltgetränken.




Donnerstag, 10.12.2009:



12:00 Uhr Vortrag/Diskussion: Einige Thesen zum Zusammenhang von Demokratie, Forschung, Lehre, Institution

KarlJosef Pazzini ist Professor für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichti-gung der ästhetischen Erziehung. Sein Schwerpunkt ist die Didaktik der Bildenden Kunst an der Uni Hamburg. Herr Pazzini möchte einige Gedanken zum Thema Bildung und Demokratie vorstellen und mit Studierenden und Interessierten darüber diskutieren. Wir erwarten eine hitzige Veranstaltung.



13:00 Uhr Diskussion/Aktion: Die Demokratie und ihre bildnerische Ausdrucksformen mit Texten

Lasst uns aus unserer Mitte heraus in einer konzentrierten Ausdrucksbewegung das zeichnerische Schwarz auf dem nassen Papier in sich selbst bewegen, um dann durch Bild und Text auf ein gegenwärtiges unübersehbares Zeitsignal der Demokratie aufmerksam zu machen. „Die Demokratie steht auf der Kippe / der innere Mensch steht auf / dass sie nicht fällt“ Durch den Funken der Einheit von künstlerischer Intuition und basisdemokratischer Aktion wird sichtbar und lesbar, dass das Erinnern an das Gerechte uns formt. Das lässt hoffen.



16:00 Uhr Workshop: Mitbestimmung / Demokratie im Bildungssystem

Der Alltag in unser Gesellschaft ist von undemokratischen und unkooperativen Strukturen geprägt. Familien, Kitas, Schulen, Unternehmen, Universitäten etc. sind meist nicht durch einen gleich-berechtigten, kooperativen und demokratischen Umgang miteinander geprägt. Soll Demokratie gelebt werden oder sich auf das Herrschaftssystem, welches auch an einigen Demokratiedefiziten leidet, beschränken? Und wie könnte eine alternative Struktur im Bildungssystem, sowie der ganzen Gesellschaft aussehen? Dieser Workshop ist der Start für eine AG, die sich nun regelmäßig trifft und mit

Themen rund um Demokratie und Mitbestimmung auseinandersetzt.



17:00 Uhr – Vortrag/Diskussion: Bildungsökonomie

Diskussion und Vortrag mit Herbert Schui: Der langjährige, mittlerweile emeritierte Professor der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg (seit 2005 MdB für DIE LINKE) trägt seine Ein-schätzungen über Bildung im Zeitgeist der Verwirtschaftlichung sowie in Zeiten der Krise vor und hofft auf eine lebhafte Diskussion.




Freitag, 11.12.2009:



14:00 Uhr Vortrag/Diskussion: Old School New School

Wandel der Bildungspolitik. Wandel der Bildungsalternativen? Old School New School. Das Schul-system hatte schon immer die Aufgabe, die dem politisch/ökonomischen System zuträgliche Schichtung der Gesellschaft zu reproduzieren. Entsprechend der vorherrschenden Ideologie standen so wahlweise eine tabuisierende bürgerliche Pseudomoral, eine autoritäre Erziehung zum Kadavergehorsam oder das konkurrenzorientierte Leistungsdenken im Vordergrund. Gleichzeitig war der Protest von Lernenden und Lehrenden in der Geschichte oftmals integraler Bestandteil oder gar Ausgangspunkt von bedeutenden gesellschaftlichen Kämpfen bis hin zu libertären Revolutionen, d.h. der Bildung ist auch ein emanzipatorisches Potential immanent. Wir wollen mit euch darüber diskutieren, wie dieses Potential zur Entfaltung kommen kann, und uns in diesem Zusammenhang verschiedene pädagogische Gegenbewegungen wie die Antipädagogik, Summerhill oder die libertäre Pädagogik anschauen. Gleichzeitig wird die Reflektion über denVergleich aktueller Bildungsstreiks in verschiedenen Ländern eine Rolle spielen.



16:00 Uhr Workshop: Unternehmen Universität

In den letzten Jahren zeichnet sich ein Trend ab, den mensch mit "Ökonomisierung der Bildung" bezeichnen könnte. Bildungseinrichtungen werden nach ökonomischen Gesichtspunkten umstrukturiert und zum Markt hin orientiert. SchülerInnen und Studierende lernen nicht nach dem alten Humboldtschen Ideal, sondern hauptsächlich die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen. In dieser Entwicklung nach dem Konzept der unternehmerischen Hochschule sind auch Herr Lenzen, der Hochschulrat, der Strukturentwicklungsplan einzuordnen. Dieser Workshop ist der Start für eine AG, die sich nun regelmäßig trifft und mit Themen rund um "Ökonomisierung der Bildung", "Humankapital", "Lenzen", "STEP", "Hochschulrat" etc. auseinander setzt.



18:00 Uhr Diskussion: Ein Wahlrecht ohne Altersgrenzen

Wortfetzen wie: "Die Emanzipation des Kindes", "die Entfernung des Machtgefälles zwischen Erwachs-enen und Kindern", "der Grundgedanke der Demokratie und der Menschenrechte", "die Partizipation und die Integration der Menschen ab Geburt in eine demokratische Gesellschaft" und die "zunehmende Entpolitisierung der Menschen" zeigen den Weg in eine hitzige Diskussion. Es wird ein Inputreferat von 15-20min geben und danach wird in einer FishBowlRunde diskutiert.


Fragen zum vorher Nachdenken für die Diskussion:

Sind Kinder überhaupt fähig zu wählen?, Will ich eine demokratischere Gesellschaft, in der Demokratie in Familie, Kita, Schule, Uni, Berufswelt, etc. gelebt wird?, Muss ein Bürger mündig sein, um ein Recht auf Partizipation am politischen Geschehen zu haben?, Kann mensch Kinder nicht leichter mani-pulieren?, Könnte unsere Demokratie durch die Beteiligung am Wahlgeschehen zusammen brech-en?,Was ist Kinderemanzipation?, Was für ein Bild vom Kind habe ich?, Ist eine Altersgrenze zur

Mündigkeit mit 18 Jahren sinnvoll?, Warum dürfen Kinder nicht wählen, obwohl alle!! Erwachsene (egal ob mündig oder nicht) wählen dürfen?, Was heisst Mündigkeit und wer hat sie?, Würden Politiker durch ein Kinderwahlrecht mehr an die Zukunft denken?, Was für eine Lobby haben Kinder zur Zeit?, Wie geht es Kindern in Deutschland zur Zeit?, Sind andere Partizipationsmöglichkeiten vielleicht sinnvoller als ein Kinderwahlrecht?



20:00 Uhr Rückblick, Auswertung, Ergebnissicherung und Perspektiven



Und schließlich...


Samstag, 12.12.2009


12 Uhr Demonstration „Pauken, Pauken, Pauken – Alle für den Standort“ Treffpunkt: Dammtorbahnhof (Parkplatz bei der Tankstelle)

Der Hamburger Senat will an der Marktorientierung auch für die Bildung und Wissenschaft festhalten, obwohl die bedingungslose Gewinnmaximierung zu jedem sozialen und kulturellen Preis der Mensch-heit eine globale Krise beschert hat. Im Jahr 2008 begrüßte der ehemalige CDU-Wirtschafts-senator Gunnar Uldall als Gastredner die StudienanfängerInnen bezeichnender Weise mit der Frage zur „Krise auf den Finanzmärkten „... Wo investiert man jetzt noch mal richtig rein, was sind gute Investment-objekte? Und da fällt die Antwort natürlich nicht leicht. Aber ich sage, es gibt zwei Investitionsobjekte, wo die Investition von Ihnen richtig ist. Investition jetzt nicht bezogen auf Ihre Spargroschen sondern Investition Ihrer Zeit und Ihrer Gedanken. Und diese richtigen Investitionsobjekte sind Leistungswillen und Leistungsfähigkeit.“


Gelernt, geforscht und unterrichtet werden soll nur, was sich gewinnbringend verwerten lässt. No Way! Dagegen und für eine gebührenfreie Bildung für alle gehen wir auf die Straße.


Freitag, 4. Dezember 2009

Erste Wahlaussagen



Via Email: Die Bertelsmann-Verschwörung (Liste 10)

Unter anderem hat Bertelsmann den Mayakalender entschlüsselt. Nur der Seeheimer Kreis, der Juso-AStA, der Hochschulrat und Jörg Dräger bekommen einen Platz auf den von Thyssen-Krupp gebauten Schiffen mit denen sich die Elite vor dem Ende der (neoliberalen) Welt rettet.

Dokumentiert: Juso-News Winter 09 - Wahlen auf dem Campus

Die Universität hat einen neuen Präsidenten! Nach dem Rücktritt seiner
umstrittenen Vorgängerin Monika-Auweter Kurtz wurde Dieter
Lenzen von Hochschulrat und Akademischem Senat mit beeindruckender
Mehrheit ins Amt gewählt. Dieter Lenzen war zuvor Präsident
der FU Berlin.
Der Kandidat ist umstritten, viele Vorwürfe stehen im Raum und eine
nicht unwesentliche Zahl von Studierenden protestiert gegen die Personalie.
Unser Vertreter im Akademischen Senat, Benjamin Gildemeister,
hat für Dieter Lenzen gestimmt. Wir stehen hinter dieser
Entscheidung und sind bereit, dem neuen Präsidenten eine faire
Chance zu geben. In der Tat verheißen seine Ankündigungen viel Positives.
Lenzen ist einer der wenigen Studiengebührengegner, die eine
deutsche Hochschule leiten und steht für einen kommunikativen
und integrativen Leitungsstil. Er erkennt die Probleme in den Bachelorstudiengängen
und setzt bereits jetzt den Senat massiv unter
Druck, Zusagen für die Ausfinanzierung des doppelten Abiturjahrganges
und der Erneuerung der Universität zu treffen. In der Vergangenheit
hat er bewiesen, dass er sich durchzusetzen vermag. Wir werden
genau darauf achten, dass er dieses Talent zum Wohl der Universität
und der Studierenden einsetzt.
In den Protesten um Lenzen sind die wahren Probleme teilweise untergegangen.
Das vielkritisierte Wahlverfahren, für das der Kandidat
und die Gremienmitglieder nichts können, wird durch das Hamburger
Hochschulgesetz geregelt. Die Novellierung dessen hängt seit Wochen
in der Luft, weil der schwarz-grüne Senat nicht in der Lage ist,
einen sinnvollen Vorschlag zu präsentieren. Auch bei den Themen
Hochschulbau, Hochschulfinanzierung und Studiengebühren hat der
Senat grandios versagt. Hierauf müssen wir die Diskussion an der
Universität richten.
Für diesen Kurs treten wir auch bei den aktuell anlaufenden Wahlen
zum Studierendenparlament an. Als Liste kämpfen wir für eine Öffnung
der Hochschule, Gebührenfreiheit und eine Reform der Bolognabeschlüsse.
Mit einem konstruktiven Kurs und einem hervorragenden
Team wollen wir auch im nächsten Jahr den AStA stellen. Jede
und jeder ist dazu aufgerufen, uns dabei zu unterstützen.
Lasst uns gemeinsam für eine gerechte Universität streiten. Demokratisch
und fair.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Hopo-Länderspiegel: RCDS Stuttgart stellt sich hinter Streik

Die Junge Union Stuttgart und der RCDS (Ring christlich-demokratischer Studenten) Stuttgart unterstützen die Forderungen der protestierenden Studenten in Baden-Württemberg, die Hochschulstudiengänge zu stärken. "Die Kritik am Bologna-Prozess ist richtig. Konkreten Veränderungen müssen her", so der stellvertretende Vorsitzende des RCDS an der Uni Stuttgart, Norbert Strohmaier. Der CDU-Nachwuchs differenziert seine Unterstützung der Streikenden allerdings dahingehend, dass die Forderung nach der Abschaffung des Numerus Clausus, des Bologna-Prozesses und der Exzellenzinitiative nicht zielführend seien. Der RCDS sieht die Wissenschaftsminister und die Hochschulen in der Verantwortung. Der Bachelorstudiengang müsse wissenschaftliche Methoden vermitteln und gleichzeitig berufsqualifizierend sein. Für Studiengebühren gelte: Wo Beiträge erhoben werden, hätten die Studenten auch ein Recht darauf zu sehen, dass sich Verbesserungen einstellen. Es sei darauf zu achten, dass die Verantwortlichen nicht nur die Berechtigung des studentischen Streiks anerkennen, sondern entsprechende Konsequenzen daraus ziehen. (mehr...)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Dokumentiert: Nach 16 Tagen - Das Uni-Präsidium hat da mal was verfasst

Seit über zwei Wochen ist das Audimax besetzt. Das Präsidium der Universität Hamburg hat nun per STiNE eine Stellungnahme zur Besetzung an alle Studierenden der Universität geschickt.

Liebe Studierende,

eine lebendige Diskussions- und Streitkultur gehört von jeher zu unserer Universität. Wir freuen uns über das Interesse unserer Studierenden an einer Mitgestaltung ihrer Studienbedingungen und sind an einem Dialog mit Ihnen über Sachverhalte, die wir als Präsidium beeinflussen und verändern können, sehr interessiert. Dies wären zum Beispiel Ideen für eine Verbesserung der Studienbedingungen und die Reform des Bologna-Prozesses. Hier sind wir bereits aktiv, möchten aber konstruktive Vorschläge gerne hören. Auch in den akademischen Gremien erörtern wir unter reger Beteiligung der Studierenden viele Studium und Lehre betreffende Fragen.

Themen wie die Abschaffung von Studiengebühren oder andere Rahmenbedingungen, die durch das Hamburgische Hochschulgesetz vorgegeben sind, gehören nicht zu den Dingen, die eine Universitätsleitung entscheiden kann. Bei der Evaluation des Hochschulgesetzes beispielsweise sind alle Mitglieder der Universität dazu aufgerufen, Vorschläge zu unterbreiten. Diesem Anliegen wird in den verschiedenen Gremien der Universität auch bereits nachgegangen. Grundsätzlich ist die Universität Hamburg aber verpflichtet, sich im Rahmen der geltenden Gesetzgebung zu bewegen.

Einige von Ihnen halten seit über zwei Wochen das Audimax unserer Universität besetzt. Wir sehen dies als Ausdruck studentischen Engagements und haben diese Aktion aus diesem Grund bisher toleriert. Gleichwohl sehen wir, dass die Mehrzahl von Ihnen an diesen Aktivitäten nicht beteiligt ist. Viele von Ihnen beschweren sich mittlerweile zu Recht bei uns, da sie sich bei ihrem Studium behindert sehen.

Ein Kernauftrag einer Universität ist es, dafür Sorge zu tragen, dass alle Studierenden ihrem Studium ungehindert nachgehen können. Ein weiterer Auftrag ist es, Sicherheitsstandards im Gebäude (z.B. Fluchtwege) zu gewährleisten. Dies ist in besetzten Gebäuden nur sehr eingeschränkt gegeben. Deshalb wird die Universitätsleitung weiterhin über ihre Handlungsalternativen nachdenken müssen.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Besetzerinnen und Besetzer unter Ihnen auch ein persönliches rechtliches Risiko eingehen: So begeht jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin bei fortgesetzter Besetzung von Universitätsgebäuden Hausfriedensbruch, der gem. § 123 StGB mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft werden kann. Ferner können durch die Besetzung Schäden am Gebäude oder Einrichtungsgegenständen entstehen, für die im Zweifel eine gesamtschuldnerische Haftung besteht mit der Folge, dass nach rechtlicher Prüfung der genaueren Umstände des Schadensereignisses auch einzelne Besetzer für den Gesamtschaden aufzukommen hätten. Die zivilrechtliche Haftung erstreckt sich hierbei auf alle Schäden, die kausal auf die Besetzung zurückgeführt werden können. Schäden, die aus der Masse der Besetzerinnen und Besetzer heraus entstehen, können somit für den Einzelnen mit hohen finanziellen Forderungen verbunden sein.

Die andauernde Besetzung ist für die Universität mit hohen Kosten verbunden, die vorwiegend zu Lasten des Haushaltes für Studium und Lehre gehen, z.B. durch die erforderliche Anmietung von Ersatzräumlichkeiten.

Wir appellieren deshalb an die Studierenden, die das Audimax derzeit besetzt halten, das Audimax freizugeben. Wir bieten weiterhin einen Austausch der Hochschulleitung mit dem Asta, gewählten Studierendenvertreter/innen und anderen interessierten Studierenden an.

Denn wir sind überzeugt davon, dass wir nur im Dialog eine Veränderung der jetzigen Situation herbeiführen können, und möchten daher weiterhin das konstruktive Gespräch mit allen Studierenden suchen.


Mit freundlichen Grüßen


das Präsidium der Universität Hamburg

Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg

Mittwoch, 18. November 2009

Dokumentiert: Wien - Wie es begann

Audimax-BesetzerInnen blieben über Nacht

22. Oktober 2009, 20:0

Über 1000 Studierende protestieren gegen Bildungsabbau - Vizerektor setzt auf Verhandlungen mit den Studierenden: Audimax wird zunächst nicht geräumt

Wien - Aktuell besetzen StudentInnen das Audimax der Uni Wien, um gegen "Bildungsabbau" zu demonstrieren. derStandard.at berichtete von 13 Uhr bis 20 Uhr live von den Vorgängen an der Uni. Morgen Früh geht es weiter mit News zur Besetzung.

UPDATE 15.30: Um 15.30 treffen Polizeiwagen vor der Universität Wien ein, eine Räumung ist allerdings noch nicht Thema.

UPDATE 16.00: Das Audimax wurde von der Polizei abgeriegelt, keiner kann mehr hinein. Gegenüber derStandard.at gibt man sich bei der Polizei bedeckt, ob es zu einer Räumung kommen wird.

UPDATE 16.20: derStandard.at-Redakteur Sebastian Pumberger ist im Audimax und beobachtet die weiteren Entwicklungen.

UPDATE 16.35: Weiterhin heißt es von der Polizei: Keine Räumung geplant. Inzwischen spielen einige StudentInnen über den Kopf der Polizisten hinweg Volleyball. Durch die starke Rauchentwicklung im Audimax auf Grund von rauchenden StudentInnen meldete sich der Brandmelder lautstark zu Wort.

UPDATE 16.40: Im Rektorat bestätigt man gegenüber derStandard.at, der Polizei Einlass in die Uni gewährt zu haben. Grund dafür: Die Situation sei "wegen mehrerer Faktoren sicherheitstechnisch höchst riskant". Diese Faktoren seien etwa die Menschenmenge, die Tatsache, dass die Uni Wien derzeit in weiten Bereichen eine Baustelle ist sowie das Unwissen darüber, was sich im Audimax tut. Über das weitere Vorgehen, also auch eine mögliche Räumung, gibt es noch keine Informationen.

UPDATE 17.10: Gerüchte bestätigt: Die Polizei zieht sich zunächst einmal zurück. Ob auf Dauer, wird nicht bestätigt. Der Grund für den Rückzug: Die Polizei ist sich nicht darüber im Klaren, wie weiter vorzugehen ist.

UPDATE 17.15: Einer der Gründe für die Demo war ja zunächst, dass StudentInnen gegen das bachelor/Master-System protestiert haben. Jetzt wiurde soeben bekanntgegeben: Die Lehramtsstudien an der Akademie der bildenden Künste werden auf Bachelor/Master umgestellt.

UPDATE 17.25: Die Veranstalter gehen von 1.500 DemonstrantInnen aus, die ÖH von über 2.000, die Polizei spricht von deutlich weniger Besetzern.

UPDATE 17.30: In einer Aussendung konkretisieren die Organisatoren ihre Forderungen.

- Re-Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen!
- Ausfinanzierung der Unis!
- Selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck!
- Freie Masterzugänge!
- Keine verpflichtende STEP!
- Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren!
- Keine Aufnahmeprüfungen!
- Unabhängige Lehre und Forschung!
- Schluss mit prekären Dienstverhältnissen für Lehrende, Angestellte und ArbeiterInnen!
- Genug Studienplätze für alle!
- Abschaffung der Erweiterungscurricula!
- Flexible und selbstbestimmte Studienpläne!

UPDATE 17.32: Laut Vizerektor der Universität Wien, Johann Jurenitsch, wird Audimax "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht geräumt werden. Die Polizei wurde daher wieder abgezogen, die Uni will mit den Besetzern weiterverhandeln.

UPDATE 17.45: Die BesetzerInnen wollen bis morgen im Hörsaal bleiben.

UPDATE 17.55: Die Grünen Wien und der grüne Wissenschaftssprecher sowie die ÖH unterstützen die Forderungen der Studierenden. ÖH-Vorsitzende Maurer geht im Gespräch mit derStandard.at davon aus, dass eine Räumung durch die Polizei rechtlich gar nicht möglich wäre.

UPDATE 18.10: Die OrganisatorInnen wollen nur dann mit dem Rektorat verhandeln, wenn ein Vertreter des Rekorats zu ihnen ins Audimax kommt. Morgen um 10 Uhr ist ein studentisches Plenum angesetzt. Wieviele StudentInnen im Audimax übernachten ist noch unklar, bislang ist der Hörsaal gut gefüllt.

UPDATE 18.15: Inzwischen wird debattiert, ob und wo man sich die heutigen Fußball-Matches ansehen kann. Ein Spendentopf für das Abendessen geht herum.

UPDATE 18.20: Die Aula der Uni Wien wurde ebenfalls besetzt.

UPDATE 18.35: Wie derStandard.at aus dem Rektorat erfahren konnte, wird gerade über das weitere Vorgehen seitens der Unileitung diskutiert.

UPDATE 18.50: Die ÖH der Uni Wien hat laut eigener Durchsage mit dem Vizerektorat gesprochen. Es soll bis morgen keine weiteren Aktionen des Rektorats geben.

UPDATE 19.00: Langsam treffen auch Vertreter anderer Medien im Audimax ein. Für heute wird auch noch ein Team des ORF erwartet. Die BesetzerInnen planen inzwischen musikalische Darbietungen.

UPDATE 19.20: Ordentliche DemonstrantInnen: Die ersten gehen im Audimax mit Müllsäcken durch.

UPDATE 19.30: Im Audimax gibt es Glühwein, Bier und Musik.

UPDATE 19.55: Die ersten DemonstrantInnen kommen mit Schlafsäcken ins Audimax und richten sich für die Nacht ein. Die Stimmung ist gut, mit einem Eingreifen der Polizei rechnet keiner mehr.

Für heute ist die derStandard.at-Liveberichterstattung beendet, morgen Früh geht es weiter mit den Berichten von Tag zwei der Besetzung, Stimmen aus dem Rektorat und der Studentenschaft. Eine Kollegin vom UniStandard bleibt über Nacht im Audimax.

***

Ausgangspunkt der Protestaktion war eine Demonstration im Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche. Unter dem Titel "Die Uni brennt!" wurde gegen Zugangsbeschränkungen, einer "Demokratisierung der Unis und gegen eine Ökonomisierung der Bildung demonstriert.

"Bildung für alle - und zwar umsonst!"

Im Anschluss ist die Demonstration zu einem Zug durch mehrere Uni-Hörsäle geworden. StudentInnen, die dem Aufruf der Hochschülerschaften (ÖH) der Akademie der bildeten Künste und der Universität Wien zur Demonstration gefolgt waren, besetzten schließlich um 13.00 Uhr das Audimax der Uni Wien, den größten Hörsaal der Universität Wien. Dieser ist mittlerweile fast vollständig gefüllt. Vorher waren die StudentInnen durch die Universität gezogen und hatten Parolen wie "Bildung für alle - und zwar umsonst!" skandiert. Schon seit Dienstag haben Studierende und Lehrende der Akademie der bildenden Künste ihre Universität besetzt um gegen drohende Einsparungen und die Einführung des Bachelor-/Master-/PhD-System zu demonstrieren (derStandard.at berichtete).

Weitere Besetzungen geplant

Im Plenum wurde die weitere Vorgangsweise diskutiert. Per Handzeichen wurde beschlossen, dass das Audi Max bis Freitag besetzt bleiben soll. Weitere Besetzungen sind geplant bzw. werden zurzeit durchgeführt. Geht es nach den Studierenden, so soll der Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudes ebenso besetzt werden wie ein Seminarraum. Arbeitsgruppen wurden installiert, immer mehr Studierende finden ihren Weg in den Hörsaal, manche angezogen durch den Auflauf, manche schauen bei ihren Kollegen zwischen zwei Vorlesungen vorbei. Inzwischen machen es sich die Studierenden gemütlich. Für Musik, Essen und Getränke soll gesorgt werden.

Rektorat sucht Ansprechpartner

Cornelia Blum, Sprecherin des Rektorats der Uni Wien, erklärte auf Anfrage von derStandard.at zu Mittag: "Wir sind momentan intensiv bemüht, herauszufinden, wer genau mit welchen Absichten und welchen Hintergründen an der Besetzung beteiligt ist". Das Anliegen der Uni Wien: Möglichst umgehend soll der reguläre Vorlesungsbetrieb wieder aufgenommen werden. "Wir brauchen jede Stunde Hörsaal", so Blum. Stündlich müssten 800 Studierende wegen der Besetzung auf ihre Lehrveranstaltungen verzichten.

"Die StudentInnen sind zwischen verzweifelt und wütend", berichtet sie, die Telefone in den Beratungsstellen liefen auf Hochtouren. „Wir haben alle Hände voll zu tun, den StudentInnen das zu erklären".

Räumung "viele Schritte" entfernt

Was, wenn die Demonstranten das Audimax nicht räumen wollen - würde die Uni Wien dann auch die Polizei einschalten? „Wir sind noch so viele Schritte von so etwas entfernt, jetzt versuchen wir einmal, einen Ansprechpartner herauszufinden", beruhigt Blum. Einige Stunden später ist die Polizei jedoch bereits vor Ort.

(Sebastian Pumberger und Teresa Eder aus dem Audimax, Anita Zielina aus der Redaktion, derStandard.at, 22.10.2009)

Dokument: Pressemitteilung der GAL zu Präsidentenfindung

PM Nr.47/1 vom 17.11.2009

Hochschulöffentlichkeit nicht ausschließen

Am Donnerstag will die Universität Hamburg eine/n neue/n Präsidenten/in wählen – unter Ausschluss der Hochschulöffentlichkeit.

Dazu erklärt Katharina Fegebank, GAL-Landesvorsitzende:
"Die Entscheidung des Akademischen Senats, die Anhörung der/des neuen Hochschulpräsidentin/en ausnahmsweise nicht hochschulöffentlich abzuhalten, stößt bei uns auf völliges Unverständnis. Die neue Person an der Spitze der Universität hat die Aufgabe, das Vertrauen aller Mitglieder zu gewinnen und aufgebrochene Gräben wieder zu schließen. Das geht nur in einem breit angelegten Prozess, der alle Beteiligten von Anfang an einbezieht. Die beabsichtigte Geheimwahl einer/s Präsidentin/en an nur einem Tag und eine Woche vorverlegt zeigt, dass der Hochschulrat nichts aus den Fehlern der vergangenen Monate gelernt zu haben scheint."

Anjes Tjarks, stellvertretender GAL-Landesvorsitzender, ergänzt:
"Das Verhalten des Hochschulrates schadet der universitären Kultur und muss auch im Rahmen der Evaluierung des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) kritische Berücksichtigung finden. Mit seiner Heimlichtuerei verspielt der Hochschulrat außerdem die Chance, die öffentliche Debatte um die Zukunft der Hochschule erfolgreich für ihren weiteren Entwicklungsprozess zu nutzen."

Auf zum Ausimax !! Jusos ganz vorne mit dabei!!


Mehr davon? Hier http://www.jusos-uhh.de/aktuell/index.html

Filmabend beim FSR Psychologie

Dienstag, 17. November 2009

AStA Uni Hamburg an die Studierenden

Liebe Studierende,

aufgrund einiger Beschwerden über die Ausfälle von Vorlesungen im Audimax spricht der AStA momentan mit der Uni über räumliche Ausweichmöglichkeiten für betroffene Vorlesungen.
Bitte habt etwas Geduld, die Universität ist räumlich unterausgestattet. Trotzdem sollen keine Vorlesungen ausfallen.

Zum Hintergrund:

Seit Mittwoch, dem 11.11.2009, diskutieren Studierende im Audimax der Uni Hamburg
über die Situation des Bildungswesens im europäischen Hochschulraum.
Parallel zur Diskussion werden Forderungen aufgestellt und Aktionen geplant.

Die amtierende stellvertretende Universitätspräsidentin Frau Löschper hat sich gegenüber den BesetzerInnen gesprächsbereit gezeigt. Zu weiteren Dialogen ist es bislang jedoch nicht gekommen.

Der AStA teilt die zentralen Forderungen der Studierenden, insbesondere die Abschaffung der unsozialen Studiengebühren, die Ausfinanzierung der Universitäten, konstruktive Verbesserungsvorschläge für die Studienformen Bachelor und Master und die Stärkung der akademischen Selbstbestimmung.

Von einigen Forderungen distanziert sich der AStA aber klar:
Wir teilen nicht die Ansicht, dass z.B. das Bachelor- und Master-System oder STiNE abgeschafft werden sollen.

Der AStA befürwortet es, dass Missstände an der Universität und in der Politik öffentlich wahrgenommen werden und darüber diskutiert wird, wie eine bessere Bildungspolitik möglich gemacht werden kann.

Die Forderung nach einem besseren Bildungswesen teilt die breite Masse der Studierenden genauso wie die Universität.

Auch ihr seid eingeladen, mit euren KommilitonInnen über die Forderungen und Aktionen zu diskutieren und ggf. Alternativen dafür vorzuschlagen.

Straubhaar hat Verständnis

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1071517/

Uni-Film erklärt sich solidarisch mit Streik

Montag, 16. November 2009

Breite Zustimmung für Bildungsstreik unter Studivz-Nutzern


...aber wie immer will keiner mitmachen.

Langsam für den Wahlkampf aufwärmen: SDS zur AStA-Politik

Dielinke.sds berichtet von der letzten StuPa-Sitzung:

Am 11. November, dem ersten Tag der Besetzung, saß ein etwas älterer Herr auf den Rängen im Audimax und gab an, das letzte mal vor 40 Jahren auf einer Vollversammlung der Uni Hamburg gewesen zu sein. Damals hätten hier noch sehr viel mehr Leute gesessen, aber alles fange ja mal klein an. Er wundere sich bloß, wo denn eigentlich der AStA wäre. Der habe doch früher immer solche Aktionen vorangetrieben. Lachen und Applaus gab´s dafür von der Vollversammlung.

Auf der Sitzung des Studierendenparlaments einen Tag später war es dann mal wieder möglich einen Einblick in die fabelhafte Welt des neoliberalen "Service-AStA" der Uni Hamburg zu bekommen. Kaffee habe man nach Wien geschickt, verkündet AStA-Vorsitzender Séverin Pabsch (Jusos) stolz. Und den Besetzern des Audimax in Hamburg habe man auch Geld gegeben, obwohl man ja nicht mit allen Forderungen d´accord wäre. Auf die explizite Nachfrage, welche Forderungen das denn wären, entgegnet Pabsch, dass man die Forderung nach einer "Abschaffung des Bologna-Prozesses" nicht mittragen könne. Zwar ist in den Forderungen der Audimax-Besetzer immer stets von "Reform des Bologna-Prozesses" die Rede, aber derartige Flugblätter werden wohl im AStA-Trakt nicht alzu aufmerksam gelesen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt fordert die Opposition die AStA-Koalition auf, mal ihre virtuelle Kampagne gegen Studiengebühren vorzustellen, die auf der letzten Sitzung als Grund dafür herhalten musste, dass eine hamburgweite Unterschriftenkampagne gegen Studiengebühren, die selbst vom Juso- und SPD-Landesvorstand unterstützt wird, vom AStA nicht mitgetragen wird. Aber hier gibt es keinen Redebedarf seitens der AStA-Koaltion. Eine Vollversammlung auf der beide Kampagnen den Studierenden einmal vorgestellt werden sollen findet ebenfalls keine Mehrheit im StuPa. Auch der Aufruf zu einer Demonstration gegen Studiengebühren am 12.12. wird im ersten Wahlgang durch die AStA-Mehrheit abgelehnt. Erst nachdem Zweifel am Ergebnis auftreten wird ein zweiter Wahlgang durchgeführt. Jetzt stimmt die Juso-Hochschulgruppe plötzlich dafür.

Dann folgt ein Antrag der Opposition, eine Solidaritätserklärung mit den Audimaxbesetzern in Wien zu verabschieden. Doch der AStA hat auch hier wieder Probleme mit gewissen Formulierungen. Auch hier heißt es wieder, eine "Abschaffung des Bologna-Prozesses" käme für den AStA nicht in Frage, obgleich auch in der vorliegenden Solidaritätserklärung diese Formulierung nirgendwo auftaucht. Statt dessen gibt es einen Gegenantrag der AStA-Koalition in dem höchst schwammig "Solidarität mit allen Menschen auf der Welt, die für eine bessere Bildung eintreten" bekundet werden soll. Die den Gegenantrag vorstellende AStA-Vorsitzende Aleksandra Szymanski (WiWi-Liste) muss bei dieser Formulierung selbst lachen. Als die Opposition darüber eine Debatte führen will, wird der Gegenantrag plötzlich zurückgezogen und der Antrag auf eine Solidaritätserklärung mit den Audimaxbesetzern in Wien wird letztlich durch die Mehrheit der AStA-Koalition abgelehnt.

Es folgt ein weiterer Tagesordnungspunkt, in dem die Opposition beantragt das Uni-Kino aufzufordern, den Film "Die Feuerzangenbowle" künftig nicht mehr zu zeigen. Der Film ist eine Produktion des Dritten Reiches, verhöhnt in klassisch faschistischer Manier das humanistische Bildungsideal und seine Aufführung dient an der Uni Hamburg alljährlich zu einem öffentlichen Auftreten von Burschenschaftern. Mit großer Empörung weist der AStA-Kulturreferent Timo Hempel (Jusos) den Antrag zurück und deutet "Die Feuerzangenbowle" zu einem subversiven Film gegen das Naziregime um. Dass es seinerzeit der Führer persönlich war, der den Film autorisierte wird hierbei bewusst oder unbewusst ignoriert. Auch der Antrag gegen die Feuerzangenbowle wird duch die Mehrheit der AStA-Koalition, bestehend aus Jusos, Liberalen, RCDS, WiWi-Liste, Mediziner-Liste, Jura-Liste und Sprachgeist abgelehnt.

Ein zwar absehbares, aber immer wieder erschütterndes Armutszeugnis des AStA der Uni Hamburg.


Link: http://dielinkesdsunihamburg.blogspot.com/2009/11/der-asta-geizt-nicht-mit_4602.html

Dokumentiert; Pressemitteilung des LHG-Bundesverbands

Deutschlandweit proben linke Studenten den Aufstand. Bereits im Sommer zogen zahlreiche Studierende mit den unterschiedlichsten Forderungen durch die Lande, ein ideologisierter Kern übt sich nun in Protestnostalgie und veranstaltet Pyjamapartys in Hörsälen.


Statt ehrlicher Konzepte steht wieder mal nichts weniger als vom Staat garantierte Glückseligkeit für alle im Forderungskatalog, der die Summe aller Wünsche der Teilnehmer ist: Abschaffung der NCs, des Bolognaprozesses und der Exzellenzinitiative oder bessere Betreuungsverhältnisse, mehr Masterplätze und mehr Geld. Dafür werden momentan Deutschlandweit Pyjamapartys in Hörsälen veranstaltet, im Aktivistenjargon „Besetzungen“, die in Emailbetreffzeilen oft mit dem pathetischen Kampfschrei „Uni XY brennt“ verkündet werden.
„Auch wenn die Situation an den Hochschulen noch weit weg vom Ideal ist, wurden Hochschulreform und Hochschulfinanzierung seit den späten sechziger Jahren nicht mehr so viel Bedeutung zugemessen wie zur Zeit. In zahlreichen Ländern wird den Hochschulen von unterschiedlichsten Regierungen mehr Freiheit zugestanden, was heute so wichtig ist, wie einst der Schritt von der Ordinarien- zur Gruppenuniversität. Eine Nachbesserung der Bolognareformen ist von allen gewünscht und absehbar. Hinzu kommen an vielen Stellen Bemühungen, die Hochschulen besser auszustatten. Gerade wurde in Nordrheinwestfalen ein Milliardenpaket für die Universitäten geschnürt, selbst der Bund forciert nun wieder Ausgaben für die Universitäten und insbesondere für Studenten“, konstatiert Johannes Knewitz, Vorsitzender des Bundesverbandes Liberaler Hochschulgruppen.
„Wir wünschen uns ebenfalls, dass in allen Bundesländern die Bedeutung der Hochschulen und insbesondere der Studenten für unsere Gesellschaft, unsere Zukunft und unsere Wirtschaft erkannt wird. Wir versuchen aber wie die Mehrzahl unserer Kommilitonen, durch unsere Leistung zu überzeugen und so unsere Mitbürger zu gewinnen, nicht durch Druck und Unverschämtheit. Auch wenn mittlerweile an vielen Universitäten Proseminare und Vorlesungen von Schreihalskommandos mit unqualifizierten Ausbrüchen über Megaphone gestört werden, bleibt die Gruppe der Aktivisten stets verhältnismäßig klein, verglichen mit der fleißigen, leistungsbewussten Masse“, erklärt Knewitz und fordert Politik und Gesellschaft auf: „Ja, wir brauchen mehr Geld für Hochschulbildung. Und ja, an den Hochschulen gibt es noch enormen Reformbedarf. Aber ich bitte alle darum, denen gerecht zu werden, die verantwortungsbewusst mit dem Privileg des Hochschulstudiums umgehen und die Schreihälse zu ignorieren, die sich auf Kosten ihrer Kommilitonen aufspielen.“
Währenddessen versuchen die Bildungsstreik-Aktivisten mit grotesken Vergleichen Ihren Protest auf die internationale Bühne zu heben und solidarisieren sich mit Antiglobalisierungs-Chaote
n und Kapitalismus-Gegnern weltweit in einer sogenannten „Global Week of Action“. „Mit Randalen ist beispielsweise den Ihrer demokratischen Rechte beraubten Studierenden in Belarus oder im Iran mit Sicherheit nicht geholfen“, so Daniel George, International Officer des LHG. „Der LHG Bundesverband investiert seine Energien da lieber in gemeinsame Initiativen und Veranstaltungen mit unseren internationalen Partnern um sich mit Nachdruck für eine bessere Wahrnehmung studentischer Interessen einzusetzen.“