Dienstag, 29. September 2009

Moni macht große Politik



An sich nichts Neues. In dieser Sache zeigt Moni als Wiederholungstäterin. Dieses Mal gemeinsam mit Ex-Erotik-Darsteller Sascha Hehn (Hausfrauen-Report, Schulmädchen-Report, Mädchen beim Frauenarzt, Blutjung und liebeshungrig, Schwarzwaldklinik, Traumschiff), Ralf Möller (Hai-Alarm auf Mallorca), Uschi Glas (Wir hau'n den Hauswirt in die Pfanne, u.a.) Heiner Lauterbach (Schulmädchenreport 9-11, Der Campus). Die Werbung wird von Experten als wahlentscheidend gesehen.
Aus der FAZ, Via FSR Geschichte

Dienstag, 15. September 2009

StiNe-Twitter meldet Buchungsquote für Veranstaltung

Empfehlenswert ist der StiNe-Twitter: Was sich ansonsten wie ein Fehler-Logbuch liest bietet aktuell den Stand der Anmeldephasen bei Lehrveranstaltungen:

Nach dem ersten Drittel der Anmeldephase haben 7.955 Studierende 60.382 Anmeldungen für insgesamt 5.364 Lehrveranstaltungen durchgeführt.

Donnerstag, 10. September 2009

"Forschungsranking" = bewilligte DFG-Anträge

"Und Hamburg? Die Hamburger Universität rangiert in diesem Ranking auf Platz 21. Seit 1996 ist Hamburgs größte Hochschule von Platz 7 über 14 und Rang 17 abgestürzt. Das bedeutet nicht, dass in Hamburg weniger geforscht wird. Aber die DFG fördert weniger Projekte im Bundesvergleich. Das hängt für Hamburg auch damit zusammen, dass die Bewilligung der Gelder für diese Projekte häufig arg bürokratisch verläuft. Zuletzt behielt sich sogar die inzwischen abgetretene Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz vor, jeden einzelnen DFG-Forschungsantrag selbst zu begutachten."


Wieder was gelernt.

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1178411/Diese-Unis-haben-die-fleissigsten-Forscher.html

So wild war '68: AStA verspricht streikfreies Winter und erwägt Koalition mit RCDS

(click to enlarge)
Erläutert wird dies übrigens im netten Plausch von Springer-Presse, AStA-Vorstand und Uni-Rektor.

Mittwoch, 9. September 2009

Uni Hamburg twittert...

http://twitter.com/unihh

Podiumsdiskussion der taz im Haus 73 - Was für eine Uni hat Hamburg verdient?

Was für eine Uni brauchen wir?

Podiumsdiskussion
Über den Sinn und Unsinn der Reformen jüngster Zeit mit besonderer
Berücksichtigung der Frage: Wen können wir eigentlich noch wählen?
In Hamburg hat es an der Universität richtig gekracht, die dortige
Uni-Chefin Monika Auweter-Kurtz musste nach einem Aufstand von 120
Professoren wegen ihres umstrittenen Führungsstils den Hut nehmen. Doch
auch in anderen Uni-Städten wie Berlin brodelt es. Und an der Hamburger Uni
sind keineswegs alle Konflikte beigelegt.

Die Idee, Hochschulen wie Unternehmen zu führen, die im Wettbewerb
gegeneinander antreten, wurde in nur wenigen Jahren in ganz Deutschland
durchgesetzt. Hochschulpolitik ist wieder ein Thema, finden wir. Und das
trotz Föderalismus auch im Bundestagswahlkampf. Schließlich werden die
Leitlinien für die Bildungspolitik im Forschungsministerium festgezogen.
Eine Blaupause für diese Wende hatte 1995 CDU-Forschungsminister Jürgen
Rüttgers vorgelegt.

Wir fragen, wie wichtig ist Wettbewerb? Wie wichtig sind Mitbestimmung und
Transparenz? Und welche Interessen haben Forschenden und welche die
Studierenden? Und was können wir aus dem Fall Hamburg lernen.



Wir laden ein zur Diskussion mit:

Maria von Welser, Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg und
stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats
Hans-Martin Gutmann, Professor für Praktische Theologie
mit dem Schwerpunkt Homiletik
Ines Pohl, taz-Chefredakteurin
Kaija Kutter, taz-nord-Bildungsredakteurin
Ralf Bollmann, taz-Politikredakteur

Moderation:
Jan Feddersen (taz)


Termin:
Donnerstag, 10. September 2009, 20 Uhr
Ort:
Kulturhaus 73, Schulterblatt 73, 20357 Hamburg
Eintritt frei

Sonntag, 23. August 2009

Stellenausschreibung Uni Hamburg


An der Universität Hamburg ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle

der Präsidentin oder des Präsidenten

zu besetzen.

Die Universität Hamburg ist mit etwa 38.000 Studierenden die fünftgrößte Hochschule Deutschlands. Sie gliedert sich in sechs Fakultäten: Rechtswissenschaft; Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; Medizin; Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft; Geistes- und Kulturwissenschaften; sowie Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften.

Die Präsidentin/Der Präsident vertritt die Hochschule, leitet das Präsidium und befördert die Weiterentwicklung der Universität und ihres Ansehens in Forschung und Lehre aktiv.

Gesucht wird eine Führungspersönlichkeit mit sehr guter wissenschaftlicher Qualifikation, umfangreicher Erfahrung in der Leitung größerer Einheiten im Universitäts- und Wissenschaftsbereich, in der Arbeit mit akademischen Gremien und in internationaler Zusammenarbeit sowie mit hoher Kommunikationskompetenz und Integrationsfähigkeit.

Die Universität ist an Bewerbungen von Frauen besonders interessiert. Qualifizierte Frauen werden deshalb ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Die Präsidentin oder der Präsident wird nach §§ 80 ff. Hamburgisches Hochschulgesetz vom Hochschulrat gewählt und vom Akademischen Senat bestätigt. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern wird bei gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben.

Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, ihre Unterlagen bis zum 15. September 2009 an den Vorsitzenden des Hochschulrates, Prof. Dr. Albrecht Wagner, Universität Hamburg, Postfach 13 02 44, 20102 Hamburg, zu senden.

Samstag, 22. August 2009

Das schreiben die Anderen

"Wir befinden uns in einer Krise des kapitalistisch verfassten Wirtschafts- und Vergesellschaftungssystems. Diese Krise geht aktuell einher mit einer Zeit des Umbruchs an den Hamburger Hochschulen.

Die unter dem Hamburger CDU-Senat forcierte Umstrukturierung der Hochschulen hin zu effizient arbeitenden, top-down-administrierten Humankapitalfabriken hat an der Uni Hamburg dauerhaft zu breitem Protest geführt, der nicht immer erfolgreich war, jüngst aber mit dem Rücktritt der Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz einen personellen Zwischenerfolg erzielt hat.

Die von Privatisierungsbestrebungen (Forderung von Studiengebühren) und inhaltlicher Verengung (rhetorisch forciert im Rahmen des „Bologna-Prozesses“) geprägten Entwicklungstendenzen in der Bildungspolitik bleiben jedoch bestehen. Um darauf inhaltlich fundiert reagieren zu können, bedarf es einer Möglichkeit der öffentlichen Auseinandersetzung und Verständigung über aktuelle Probleme und Entwicklungen, verschiedene Positionen und Perspektiven der Bewegung für ein menschlicheres Bildungswesen.

Wir möchten mit diesem Blog Anknüpfungspunkte dafür schaffen.

Man könnte fragen, „Warum Ratzplast?“ Worauf man antworten könnte, „Warum nicht?“ Ratzplast ist ein Nicht-Wort – bewusst keine programmatische Aussage, aber ein Wort-Raum, der dem freien Assoziieren offen steht. Unsere programmatische Aussage ist kein Schlagwort, sondern unsere Idee, einen unabhängigen Ort der Diskussion schaffen zu wollen. Gemeinsam mit Vielen, die sich für eine bessere, das heißt: demokratische und solidarische, Bildung engagieren. Wir kommen aus der Studierendenbewegung, sind in unseren Fachbereichen, in studentischen Initiativen und/oder in hochschulpolitischen Listen aktiv.

Wir schließen uns den Forderungen der studentischen und der Schüler_innen-Proteste, aber auch anderer gesellschaftlicher Gruppen an, die auf ein inklusives Bildungssystem und eine soziale Öffnung der Hochschulen, verbunden mit der Abschaffung von Studiengebühren, der dringend gebotenen Überwindung des Bachelor-Master-Systems und der Demokratisierung der Bildungsinstitutionen hinarbeiten.

Unser Ziel ist es, den Widerstand gegen die neoliberalen Umstrukturierungen im Bildungsbereich und die Entwicklung von darüber hinaus weisenden Perspektiven voranzutreiben. Wir möchten gemeinsam – und über die Grenzen der Hamburger Hochschulen hinaus – Diskussionen anregen, Kontroversen fördern, Risse in bestimmenden Diskursen vertiefen, Leerstellen suchen und Freiräume schaffen.

Euer Ratzplast-Redaktionskollektiv,

14. Juli 2009"

http://ratzplast.wordpress.com/2009/07/16/beschlossene-positionsbestimmung-stand-14-07-09/


Dies war ein besonderer Service des Unipanther-RedakteurInnen-Kollektiv des Humankapitalkombinats Hamburg. Rotzfrontz Ratzplatz. Mit Dank an den Einsender.

Mittwoch, 19. August 2009

Via Privacy Box: Eine neue Hochschulgruppe

Moin Moin Piraten,

Gestern Abend hat sich auf dem Stammtisch des LV Hamburg der
Pirtanpartei die Piraten-Hochschulgruppe Hamburg gegründet. Mit vier
Gründungsmitgliedern und einer Satzung steht einer neuen, piratigen
Hochschulpolitik an den Hochschulen Hamburgs nichts mehr im Wege. Die
Piraten-Hochschulgruppe Hamburg ist eine unabhängige Vereinigung
junger Studenten aus Hamburg, die die Ideen der Piratenpartei in den
Alltag aller Hochschulen in Hamburg tragen wollen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt an den Studierendenparlamentswahlen im
Wintersemester 2009 teilzunehmen und die Studierendenparlamente im
nächstes Jahr zu entern.

Hiermit laden wir jeden interessierten Hamburger Studenten ein an
unserer Hochschulgruppe teilzunehmen.

Interessierte können uns über unsere Mailingliste
piraten-hochschulgruppe@piratenpartei-hamburg.de erreichen, oder sich
bei mir persönlich melden.

MfG
Nils Hasenbanck
Vorsitzender der Piraten-Hochschulgruppe Hamburg

Dienstag, 18. August 2009

Dokumentiert: SPD vs. Hochschulrat

SPD: Uni-Spitze ohne Hochschulrat wählen

Die SPD will den Hochschulrat entmachten, um dem künftigen Präsidium "mehr Legitimation und Rückhalt" zu garantieren.

Während die Suche nach einer neuen Führungsspitze für die Universität Hamburg läuft, will die SPD den Hochschulrat entmachten, um dem künftigen Präsidium "mehr Legitimation und Rückhalt" an der Hochschule zu garantieren. Laut einem Antrag zur Änderung des Hochschulgesetzes, der dem Abendblatt vorliegt, soll künftig anstelle des Hochschulrats der Akademische Senat in einem öffentlichen Verfahren mögliche Nachfolger benennen und auch wählen. Begründung: In diesem Gremium sind alle Statusgruppen vertreten, vom akademischen Personal über Studenten zu Verwaltungskräften, heißt es.

"Entscheidend für die Zukunft der Uni ist, frühere Fehler diesmal zu vermeiden", sagte SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt dem Abendblatt. Der vehemente Widerstand gegen die ehemalige Präsidentin Monika Auweter-Kurtz habe neben persönlichen auch strukturelle Ursachen gehabt - so war sie die erste Präsidentin, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit von Headhunter für geeignet befunden und vom damals neu gegründeten Hochschulrat gewählt wurde. "Während der Hochschulrat im Verborgenen agierte, fanden keine Personaldebatten an der Uni statt, entsprechend gering war die Akzeptanz der Präsidentin unter Mitarbeitern der Hochschule", so Stapelfeldt. Der Antrag, über den das Parlament ab September beraten wird, sehe daher auch vor, dass sich Kandidaten der Hochschule in öffentlichen Redebeiträgen vorstellen. Stapelfeldt: "So, wie es früher gang und gäbe war."

Derzeit sucht eine achtköpfige Findungskommission, jeweils vier Mitglieder aus dem Hochschulrat und dem Akademischen Senat, nach einem neuen Chef für die derzeit kommissarisch geleitete Universität. Der Vorsitzende des Hochschulrats, Prof. Albrecht Wagner, sagte zu dem SPD-Vorstoß: "Dilemma ist, dass Hochschulen auf der einen Seite das institutionelle Wissen der Gremien brauchen, auf der anderen Seite aber im Sinne eines modernen Managements verantwortliche Institutionen benötigen."

So lege der Hochschulrat großen Wert auf einen Diskurs mit dem Akademischen Senat, aber auch den Mitarbeitern der Uni. Gegen öffentliche Personaldebatten spreche jedoch, dass potenzielle Spitzenkräfte großen Wert auf einen vertraulichen Prozess legten, mit ihrem Namen also nicht monatelang in Debatten auftauchen wollen oder können.

SPD-Politikerin Dorothee Stapelfeldt sieht das anders: "Öffentliche Debatten können gute Bewerber zwar auch abschrecken, trotzdem muss das Verfahren demokratisch sein."


Link: http://www.abendblatt.de/hamburg/article1143336/SPD-Uni-Spitze-ohne-Hochschulrat-waehlen.html#sendafriend

Sonntag, 26. Juli 2009

Dokumentiert: PM CampusGrün zur RCDS-Tolerierung

Große Koalition jetzt offiziell - AStA arbeitet mit RCDS zusammen

Pünktlich zum Beginn der Vorlesungsfreien Zeit gab der RCDS auf seiner Website bekannt, dass er eine Tolerierungsvereinbarung mit dem Minderheiten-AStA ausgehandelt habe, nachdem dieser bereits ein halbes Semester(!) im Amt ist. Dieses Bündnis verfügt über 23 von 47 Sitzen im Studierendenparlament.

Der RCDS wolle „christdemokratische Politik nach Vorne bringen“ und den AStA daran erinnern, seine Ressourcen zum Wohle der Studierenden einzusetzen, wobei die „Teilhabe von linken Extremisten am AStA zu Verhindern“ sei.

Der RCDS steht für konservative Hochschulpolitik und spricht sich offen für Studiengebühren aus. Erst vor wenigen Tagen verkündete der RCDS-Bundesverband, dass das BAföG abgeschafft gehöre. Studierende sollten sich von Anfang an für ihr Studium verschulden.

Die Tolerierungsvereinbarung ist derzeit weder einsehbar noch werden Inhalte daraus bekannt gegeben. Es ist daher völlig unverständlich, warum sich der RCDS als Stimme der Demokratie versteht. Bedauerlicher Weise setzt der RCDS damit die bestehende Politik des AStAs fort, die Koalitionsvereinbarungen der AStA bildenden Hochschulgruppen den Studierenden vorzuenthalten.

CampusGrün meint, dass Studierende ein Recht darauf haben zu erfahren, welchen Einfluss christlich-konservative Ideologie auf ihre Interessenvertretung hat. Mit der Fortführung der Intransparenz schafft der AStA kein neues Vertrauen. In den Krisen des Sommersemesters 2009 vertrat der Minderheiten AStA nicht die Mehrheit der Studierenden während des Debakels um die mittlerweile ausgeschiedene Uni Präsidentin Auweter-Kurtz. Und obwohl das Studierendenpalaments den AStA dazu beauftragt hat, sich für die Einsetzung des von der Fakultät für Geisteswissenschaften gewählten Dekans Martin Gutmann einzusetzen, bliebt er untätig.

Es ist zu vermuten, dass es mit dem Tolerierungsabkommen zwischen RCDS und dem AStA auch in Zukunft kein teilautonomes Frauenreferat geben wird, da dies gegen die rückwärtsgewandte Frauenpolitik des RCDS verstieße.

Wenn der AStA bereit wäre seine geheime Hinterzimmerpolitik zu beenden, ökologisch zu handeln anstelle nur zu reden, Frauen ihr Selbstverwaltungsrecht zurückgeben würde und sich aktiv für Demokratie an der Hochschule einsetzte, dann wäre eine Tolerierungsvereinbarung mit dem RCDS überflüssig.


Link: http://www.campusgruen.org/news/RCDS_toleriert_AStA/

Freitag, 24. Juli 2009

Dokumentiert: Achtung, manipulierte Studie! Senatorin unter Beschuss

Manipulation in der Senatsstudie zur Uni

Der ehemalige Oberbaudirektor greift "unwissenschaftliche und unsystematische Arbeit" von Herlind Gundelachs Behörde an.

Jetzt kommt es knüppeldick für Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU): Der frühere Oberbaudirektor Prof. Egbert Kossak (von 1981-1999) zerpflückt in einem neunseitigen Gutachten die Studie, die Gundelach zum möglichen Umzug der Universität in Auftrag gegeben hatte. Kossak attackiert das Werk als "unwissenschaftlich und unsystematisch" und wirft den Autoren "Manipulation" vor.

Gundelach hatte Ende März vier Szenarien zur "baulichen Entwicklung der Universität Hamburg" vorgestellt. Zwei Varianten nehmen den Verbleib der Uni am Standort Rotherbaum zur Grundlage, die beiden anderen behandeln eine Teil- oder Komplettverlagerung der fünftgrößten deutschen Hochschule auf den Kleinen Grasbrook.

Gundelach hatte bei der Präsentation der Studie eine ergebnisoffene Diskussion zugesagt, aber von Beginn an den Eindruck erweckt, sie favorisiere die komplette Verlagerung der Uni in das Hafengebiet. Die damalige Uni-Präsidentin Prof. Monika Auweter-Kurtz sprach sich offen für den Umzug aus. "Die Studie ist als reines Rechtfertigungspapier aufgebaut, ausgerichtet auf das offensichtlich vorgegebene Ergebnis", schreibt Kossak in seinen Anmerkungen, die dem Abendblatt vorliegen. "Text und vor allem das Zahlenwerk" seien so strukturiert, dass die "nicht gewollten Szenarien abgewertet und teuer gerechnet" und das gewollte Szenario "schöngeredet und -gerechnet" würde. In der Gundelach-Studie wird behauptet, Sanierung und Modernisierung der Uni in Rotherbaum für 1,3 Milliarden Euro würde die Position der Uni nur "geringfügig" verbessern. Die komplette Verlagerung auf den Grasbrook für 2,1 Milliarden Euro biete dagegen "hervorragende Perspektiven" für Uni und Stadt.

"Die Studie lässt die konkrete Analyse der realen Lage der Flächenpotenziale, der gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen, der verkehrlichen und stadträumlichen Integration der Standorte für eine Voll- und Teiluniversität vermissen", lautet Kossaks Urteil. Für die Uni in Rotherbaum spreche die Einbettung in ein "vielfältiges gesellschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Umfeld". Andererseits würden für den Kleinen Grasbrook "viele der real gegebenen belastenden Standortfaktoren verschwiegen oder auf den Bildern weggelassen". Es werde so getan, "als läge der Kleine Grasbrook mitten in der City und nicht im Hafenentwicklungsbiet/Freihafen". Konkrete Probleme sieht der Ex-Oberbaudirektor schon in der Bauphase, während der "etwa 500 000 bis 600 000 Lkw-Einheiten fast ausschließlich über die HafenCity" zum Bauplatz geführt werden müssen. Das werde sich "katastrophal" auf die Feinstaub- und Lärmbelastung in der HafenCity auswirken. "Wenn die Umweltbehörde gleichzeitig eine Umweltzone für die innere Stadt und die Veddel einrichten will, geht da etwas umweltpolitisch ganz und gar nicht zusammen", merkt Kossak süffisant an.

Als ebenfalls misslungen wertet der Architekt die finanziellen Kalkulationen. So würden "in grotesker Weise" die Erschließungskosten für den Kleinen Grasbrook in Höhe von einer Milliarde Euro bei den Rotherbaum-Szenarien aufgeschlagen. "Durch diese Manipulation werden die Szenarien 1 und 2 (Rotherbaum, die Red.) plötzlich zu den teuersten Lösungen", schreibt Kossak.

Anders als in der Studie behauptet, sieht der Ex-Oberbaudirektor am Standort Rotherbaum ausreichend Platz für die Erweiterung der Uni, vor allem bei Einbeziehung des Uni-Sportplatzes.

Kossak hat errechnet, dass "bei mittleren Ansätzen" für den Grasbrook Mehrkosten in Höhe von 1,3 bis 1,9 Milliarden Euro zu veranschlagen sind. So seien die Bau-, die Grundstückskosten und die Kosten der Erschließung zu niedrig angesetzt. Kosten für Tiefgaragenstellplätze und soziale Infrastruktur fehlten ganz.


Link: http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1108975/Manipulationen-in-der-Senatsstudie-zur-Uni.html

Dokumentiert: Abendblatt berichtet über nicht abgesprochenen CDU-Vorstoß


CDU-Abgeordneter: "Der Uni-Umzug ist beerdigt"


Wissenschaftsbehörde und Koalition dementieren. Die Verlagerung der Einrichtung auf den Grasbrook werde weiter geprüft.

Mit zwei kleinen Sätzen hat der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thies Goldberg das sommerlich gestimmte Rathaus aufgeschreckt. "Wir haben schon einige Projekte beerdigt. Beispielsweise das Thema Umzug der Uni auf den Grasbrook", sagte Goldberg, zuständig für öffentliche Unternehmen in seiner Fraktion, in der Hamburg-1-Sendung "Schalthoff live".

Also nach Monaten der Debatte über die Zukunft der Universität am Hafenrand alles vorbei - wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise? Spricht nur einer aus, was alle denken? Politik funktioniert anders. Kaum waren die Worte Goldbergs heraus, hagelte es schon Dementis.

"Das ist die private Meinung von Thies Goldberg, nicht aber die der Fraktion", sagte Wolfgang Beuß, CDU-Fraktionsvize und hochschulpolitischer Sprecher. "Eine Entscheidung darüber, wie es mit der Universität weitergeht, wird frühestens Anfang 2010 gefällt - und nicht vorher!"

Fast wortgleich reagierte die Wissenschaftsbehörde: Das sei Goldbergs "private Einzelmeinung". Diese stehe ihm zu, sagte Behördensprecher Timo Friedrichs. Tatsächlich gebe es keine Entscheidung des Senats zum Thema Uni-Umzug. "Wir haben vier Szenarien in der Prüfung, und diese werden auch weiter geprüft", sagte Friedrichs.

GAL-Fraktionschef Jens Kerstan, der selbst Gast in der Gesprächsrunde bei Hamburg 1 war, sagte dem Abendblatt: "Ich habe Thies Goldberg schon in der Sendung direkt widersprochen." Kerstan betonte, dass es bisher "weder Absprachen noch Entscheidungen" zum Thema Uni-Umzug zwischen den Fraktionen gegeben habe. Es sei aber kein Geheimnis, dass er persönlich gegen den kompletten Umzug der Uni auf den Grasbrook sei.

Angesichts der massiven Reaktionen trat Goldberg den geordneten Rückzug an. "Ich habe mich mit der Aussage ein bisschen vergaloppiert. Das war mein Fehler", sagte der CDU-Abgeordnete. Gemeint habe er lediglich, dass es "kurzfristig keine positive Entscheidung für den Grasbrook" geben werde. Das hatte er nur nicht gesagt. In der Fernsehsendung hatte Goldberg den Uni-Umzug als "vielleicht interessante Überlegung" bezeichnet. "Aber der eine oder andere mag da auch den Blick fürs Ganze verloren haben", so der Abgeordnete. Es gebe andere Investitionsvorhaben, die für die Stadt vordringlicher seien und "sicher schneller eine Rendite für die Stadt abwerfen".

"Mit Interesse" hat SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt die Aussagen Goldbergs zur Kenntnis genommen. Hinter den Kulissen sei schon lange klar, dass die Universität nicht auf den Kleinen Grasbrook verlagert werde. Deshalb sei es höchste Zeit, dass Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) den Stillstand beende und das Thema für erledigt erkläre.

Vielleicht gilt Goldberg schon in wenigen Monaten, wenn das Projekt "Grasbrook" auf Eis gelegt wird, als Prophet.


Link: http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1107024/CDU-Abgeordneter-Der-Uni-Umzug-ist-beerdigt.html

Donnerstag, 23. Juli 2009

Dokumentiert: acadamics.de zur Präsidentenfindung

Die nächste Panne kommt bestimmt

Bei der Wahl von Hochschulrektoren gewinnen Headhunter an Einfluss. Das geht zulasten der universitären Demokratie.

Von Jan-Martin Wiarda

Der Gutachter war voll des Lobes für die Kandidatin. Schlank sei sie und sportlich, habe blondes schulterlanges Haar und einen elegant-ansprechenden Kleidungsstil. Sie kommuniziere sehr gut und habe die Fähigkeit, kluge und maßvolle Entscheidungen zu treffen. Die logische Schlussfolgerung: Frau Prof. Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurtz sei mit 7,0 von 10 möglichen Punkten für die Position der Präsidentin der Universität Hamburg qualifiziert.

Das streng vertrauliche Persönlichkeitsprofil, das ein sogenannter Headhunter von der ehemaligen Uni-Chefin erstellte, stand jahrelang in Auszügen fast unbeachtet auf einer Website. Wenige Tage nachdem die Raumfahrtexpertin durch einen Uniweiten Aufstand gegen ihren autoritären Führungsstil zum Rücktritt gezwungen wurde, wird es für ihre Gegner jetzt zum Symbol für das beklagte Demokratiedefizit ihrer Amtszeit. "Man muss nur schauen, wie alles angefangen hat", sagt Bela Rogalla, der 2006 als studentischer Vertreter im Senat gegen die Wahl von Auweter-Kurtz gestimmt hat. Statt sich um den fehlenden Rückhalt der Kandidatin in der UniÖffentlichkeit zu kümmern, hätte sich die eingerichtete Findungskommission oberflächliche Gedanken darum gemacht, wie präsentierbar sie sei. »Das Berufungsverfahren war abstrus und intransparent «, kritisiert der Sinologe Michael Friedrich, Initiator einer Unterschriftenaktion Hamburger Professoren, die dem Abgang der als "Raketen-Moni" gescholtenen Auweter-Kurtz vorausging. "Wir brauchen mehr Partizipation - und das nach Möglichkeit schon bei der nächsten Präsidentenwahl."

Die Demokratie zurück an die Uni - auch bei den jüngsten Bildungsstreiks war es eine der Kernforderungen. Und der Druck auf die Politik nimmt zu: Die Hamburger Personal-Querele wirft ein grelles Licht darauf, wie radikal sich die Personalpolitik von Hochschulen bundesweit verändert hat. Rektoren und Präsidenten werden dank neuer Landeshochschulgesetze mit zuvor ungekannten Machtbefugnissen zu Chefmanagern aufgewertet, ihre Wahl wurde vielerorts den alten Uni-Gremien entrissen und in die neuen, Aufsichtsräten nachgebildeten Hochschulräte ausgelagert, in denen sich auch Firmenlenker und Nichtwissenschaftler wiederfinden. Die dritte Analogie zur Unternehmenswelt besteht in der Einschaltung professioneller Personalberater: Bonn, Bielefeld, Siegen und Regensburg sind nur einige der Universitäten, die in den vergangenen Jahren Headhunter beauftragt haben. Die Berater berichten einer eigens eingerichteten Findungskommission vertraulich über mögliche Bewerber. Erst kurz vor der Wahl wird eine kleine Auswahl von Kandidaten den Medien präsentiert. Kritiker sprechen von einem abgekarteten Spiel. Nach mehreren Pannen, von denen der Fall Auweter-Kurtz die letzte war, wachsen die Zweifel an einem Verfahren, das durch das Anwerben externer Kandidaten hartnäckige Uni-interne Reformblockaden aufbrechen soll. Doch während der Nutzen privater Agenturen für die Hochschulen kaum messbar ist, sind die Kosten beträchtlich. Dabei wiegt das Honorar, gewöhnlich ein Drittel des jährlichen Präsidentengehalts, am geringsten. Der Frust der ausgebooteten Uni-Öffentlichkeit ist der eigentliche Preis - und kann wie in Hamburg zur Hypothek für den Amtsinhaber werden.

Link: http://www.academics.de/wissenschaft/die_naechste_panne_kommt_bestimmt_36455.html