Dienstag, 16. Dezember 2008

Dokumentiert: Presseerklärung zur Podiumsdiskussion „Frauenreferat – Ja oder Nein?“ am 15.12.2008


An der Universität Hamburg fand heute eine Podiumsdiskussion zu der Abschaffung des Frauenreferats im letzten Semester statt, engagiert moderiert von Katrin Jäger. Nicole Meyer, eine Studentin welche sich für den Erhalt bzw. die Wiedereinführung des Frauenreferats einsetzt, machte die Notwendigkeit für selbst gewählte Organsiationsstrukturen von Frauen an der Universität deutlich. Darin wurde sie von Frau Prof. Dr. Randzio-Plath (1. Vorsitzende des Landesfrauenrates Hamburg) unterstützt, die auch darauf hinwies, dass die neu eingerichtete Stelle der Gleichstellungbeauftragten zwar sinnvoll ist, allerdings parallel eingerichtet werden sollte. Die beiden VertreterInnen des AStA (Benjamin Gildemeister, 1. Vorsitzender und Gun Röttgers, Gleichstellungsbeauftragte) blieben in ihrer Argumentation leider unklar. Sie verwiesen darauf, dass Frauen keine Minderheit mehr an der Universität darstellten und daher in den gegebenen AStA-Strukturen repräsentiert werden könnten. Große Teile des Publikums hielten das nicht für ausreichend. Von dieser Seite wurde immer wieder Selbstorganisation, offene Strukturen und Basisdemokratie gefordert. Auch die 1. Vorsitzende des Landesfrauenrats vermutete auf Seiten des AStA insgesamt schlicht Machtpolitik.

Die Veranstaltung war mit etwa 60 Leuten gut besucht. Im Laufe der rege geführten Diskussion zwischen Podium und Publikum übergaben zwei Studentinnen den AStA-VertreterInnen 2700 Unterschriften gegen die Abschaffung des Frauenreferates. Außerdem bekamen Benjamin Gildemeister und Gun Röttgers große Lebkuchenherzen, auf denen „Frauenversteher“ und „soziale Kompetenz“ zu lesen war.

Marion N., eine Besucherin der Veranstaltung, kommentiert: „Insgesamt habe ich mich über die engagierte Diskussion sehr gefreut. Allerdings scheint der AStA nach wie vor nicht von seiner Linie abzuweichen und die Abschaffung des Frauenreferats gegen alle Kritik zu verteidigen. Das ist natürlich sehr schade und erschwert eine feministische, basisdemokratische Organisation von Frauen an der Uni.“

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