Sonntag, 31. Mai 2009

Stupa fordert einstimmig (inkl. RCDS) auf Prof. Gutmann zu bestätigen

Beschluss des Studierendenparlaments vom 28. Mai 2009
Das Studierendenparlament beschließt einstimmig den folgenden Antrag der Liste
„Sprachgeist“:

Antrag zum Verhalten Auweter-Kurtz' gegenüber dem FakRat Geisteswissenschaften
Das Studierendenparlament nimmt die Entscheidung von Uni-Präsidentin Monika Auweter-
Kurtz, Herrn Prof. Gutmann als neuen Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften
nicht zu bestätigen, mit großer Sorge zur Kenntnis.
Herr Prof. Gutmann wurde nach einem fachgerechten Auswahlverfahren der dafür bestimmten
Dekan-Findungskommission - an welchem Frau Auweter-Kurtz teilgenommen
hat - dem Fakultätsrat zusammen mit anderen Kandidat/Innen vorgeschlagen und von
diesem einstimmig (!) gewählt.
Dass Frau Auweter-Kurtz ihr Recht als Uni-Präsidentin in dieser Weise benutzt und die
eindeutige Entscheidung der Fakultät für Geisteswissenschaften ignoriert ist ein Affront
gegen die Universität, die Lehrenden und nicht zuletzt gegen die Studenten.
Das Studierendenparlament fordert hiermit die Präsidentin auf die Entscheidung des
Fakultätsrates Geisteswissenschaften zu akzeptieren und der Wahl von Herrn Prof.
Gutmann als neuen Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften die Zustimmung zu
geben. Des Weiteren fordert das Studierendenparlament die Präsidentin auf sich zu ihrem
Verhalten zu äußern.

Samstag, 30. Mai 2009

Zeitreise II

HABEMUS PRÄSIDENTIN!
Donnerstag, 27. Juli 2006

Am Donnerstag, dem 27.07.2006 bestätigte der Akademische Senat Frau Professor Dr. Monika Auweter-Kurtz als neue Präsidentin der Universität Hamburg. Allen interessierten Zeitungslesern wird aufgefallen sein, dass Frau Dr. Auweter-Kurtz alles andere als unumstritten ist.

Wir als AStA haben unsere eigene Meinung zu dieser für die Uni so wichtigen Personalie. Um es vorwegzunehmen: Zur Hysterie gibt es keine Veranlassung. Zu einer Welcome-Party allerdings auch nicht.

Fangen wir mit dem größten Übel an: Frau Dr. Auweter-Kurtz findet Studiengebühren sinnvoll und könnte sich sogar eine Erhöhung über 500 Euro hinaus vorstellen. Natürlich kommt für uns als AStA danach lange nichts. Allerdings muss man ihr zugestehen, dass ihre Ideen zur Verbesserung der Lehrbedingungen interessant sind. Sie will verstärkt auf eine bessere Vernetzung und Kommunikation zwischen den Lehrstühlen setzen, um so finanzielle und organisatorische Synergien zu nutzen. Mal ganz ehrlich: So manchen Professor/innen wird es nicht schaden, wenn man sie mal fragt, was sie den ganzen Tag so machen.

Wir freuen uns auch über Frau Dr. Auweter-Kurtzs Bekenntnis zu der Vielfalt an Geisteswissenschaften an der Universität Hamburg. Allerdings werden wir als AStA mit großer Aufmerksamkeit verfolgen, wie diese Vielfalt erhalten werden soll. Wie sieht es denn aus mit den finanziellen Zwängen? Wird sie sich hier gegen die harte Linie und den Sparkurs von Wissenschaftssenator Dräger durchsetzen können?

Auch ihre klare Forderung nach einem deutlichen Profil der Universität ist an sich zu begrüßen. Stellt sich nur die Frage: Wenn man etwas so stark ausweitet, dass es zu einem Profil wird, was muss dann zurück stehen?

Wir vom AStA haben also noch einige offene Fragen, die wir mit der Präsidentin diskutieren werden. Dabei haben wir immer nur eins im Auge: Tatsächliche Verbesserung der Studienbedingungen an der Universität Hamburg.

Noch ein Satz zur „Raketen-Moni“-Debatte: Lasst uns mal die Kirche im Dorf lassen. Die Frau ist Forscherin und nicht George W. Bush.

Eine kleine Zeitreise: Positionen zu Auweter 2006 I


Etwas vorsichtiger tapsten 2006 die Jusos an das Thema Auweter-Kurtz. Immerhin nahm man sich vor das Thema "kritisch zu begleiten" freute sich zugleich allerdings auf ihren Mut und ihren Willen zur Reform.
http://www.jusos-hamburg.de/2006/07/28/pressemitteilung-3/

AStA PM: Präsidentinnenfindung 2006

Präsidentenfindung an der Universität Hamburg

Am Freitag, den 21.07.2006 hat der Hochschulrat Frau Professor Monika Auweter-Kurtz als
neue Präsidentin der Universität Hamburg gewählt. Der Akademische Senat der Universität
muss diese Wahl noch bestätigen.
Der Allgemeine Studierendenausschuss erwartet von Frau Auweter-Kurtz in erster Linie
eine deutliche Verbesserung der Studienbedingungen an der Universität Hamburg. Darüber
hinaus wird die neue Präsidentin die Aufgabe haben, das unglaublich große Potential
der Universität freizusetzen. Julia Trede (23), Vorsitzende: „Nach ausführlichen
Gesprächen mit Frau Auweter-Kurtz sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass sie eine
gute Präsidentin werden kann. Unser großer Kritikpunkt ist ihre Befürwortung von Studiengebühren.“
Der Finanzreferent des AStA, Philipp Schliffke, ist gleichzeitig studentischer Vertreter im Akademischen Senat und wurde von diesem in die Findungskommission gewählt. Philipp Schliffke:
„Wir hatten einen umfassenden Fragenkatalog. Dieser reichte von Fragen zu Person, Werdegang,
Motivation und Anspruch über allgemein wissenschaftspolitische Fragen hin zu konkreten
Problemen der Universität. Ich hoffe, der Akademische Senat wird ihrer Wahl zustimmen.“
Über diesen Draht in die Findungskommission hinaus hat der AStA selbst Gespräche
mit Frau Auweter-Kurtz geführt.
Julia Trede: „Nach diesen Gesprächen können wir den Studierenden berichten, dass Frau Auweter-
Kurtz sich deutlich für eine Verbesserung der Lehrbedingungen aussprach und zudem
bekräftigte, dass an einer Universität vor allem der wissenschaftliche Anspruch der Lehre im
Vordergrund stehe. Schon die Bachelor Abschlüsse müssten hier ein ganz klares Profil erhalten.
Darüber hinaus hält sie eine Verbesserung der Betreuungsrelation in Bezug auf die Bachelor/
Master Einführung für zwingend geboten. Kleine Fächer nannte sie als das Potential einer
Universität, da es häufig diese kleinen, manchmal Randbereiche der Forschung sind, die
großen Durchbrüche anregen. Frau Auweter-Kurtz betonte, dass es gerade die geisteswissenschaftliche
Ausrichtung der Universität sei, die sie an Hamburg reizt und dass sie in der Einrichtung
der Universität als eine Volluniversität eine Stärke sieht, die zu erhalten ist. Einen besonderen
Schwerpunkt setzte sie auf die Kooperation und Vernetzung aller Universitätsmitglieder.
Hier sieht sie die Möglichkeit Potentiale der Universität freizusetzen abseits der Frage
nach finanziellen Möglichkeiten.“
Der Ablehnung allgemeiner Studiengebühren durch den AStA mochte Frau Auweter-Kurtz
nicht zustimmen. Christian Höft (27), Vorstand: „Natürlich haben wir uns eine Präsidentin gewünscht,
die sich gegen Studiengebühren ausspricht und uns so im Kampf gegen Studiengebühren
unterstützt. Wir begrüßen dass Frau Auweter-Kurtz sich klar für die Zusätzlichkeit bei
der Verwendung von Studiengebühren ausspricht, sehen aber bei der grundsätzlichen Frage
zu Studiengebühren einen fundamentalen Dissens“

Frau Auweter-Kurtz hat sich dem AStA gegenüber und auch in der Akademischen Senatsanhörung
mit den Studierendenvertretern ausdrücklich zum Leitbild der Universität bekannt, welches
unter anderem das Streben nach einer friedlichen Welt vorsieht. Darüber hinaus betont
sie, Grundlagenforschung zu betreiben. Julia Trede: „Wir sehen hier keinen Grund, die Integrität
und Ehrlichkeit von Frau Auweter-Kurtz anzuzweifeln.“
Philipp Schliffke: „Durch das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren und die bewusst gewählte
Vertraulichkeit der Kandidaten, tragen Findungskommission, Akademischer Senat und Hochschulrat
natürlich eine sehr große Verantwortung. Ich bin überzeugt, dass alle Beteiligten ihrer
Verantwortung gerecht wurden bzw. gerecht werden.“

Link: http://www.asta-uhh.de/uploads/media/PM-Praesidentin-End_23_07_06.pdf

Und noch´n Interview: Barbara Vogel in der taz

[...] Alle Professoren haben dafür [Monika Auweter-Kurtz] gestimmt. Die Studenten und die übrigen Mitglieder des Akademischen Senats dagegen. Dabei gab es Bedenken, ob eine Ingenieurwissenschaftlerin für die Universität die Richtige ist. Der Hochschulrat hätte nicht darauf bestanden. Heute zeigt sich: Die Präsidentin sieht die Zukunft in Naturwissenschaften und Technik. Das ist für eine Volluniversität nicht das Richtige. Sie hat gerade am Dienstag bei einer Diskussion des Überseeclubs erklärt: "Wir brauchen Naturwissenschaftler, Ingenieure und weniger Studienabbrecher." Ingenieure! Wie kann eine Präsidentin so etwas sagen? An der Uni gibt es keinen Ingenieursstudiengang. Die sind an der TU Harburg.

Prof. Dr. Barbara Vogel in der taz

Link

Freitag, 29. Mai 2009

Uni-Präsidentin im Interview

Ich bin jederzeit gesprächsbereit und möchte mit allen in die Diskussion kommen. Ich werde den ganzen Sommer über vor Ort sein, um mit allen aus der Universität zu sprechen, die es wünschen. Ich würde mich freuen, wenn meine Kritiker mein Gesprächsangebot annehmen würden.

Monika Auweter-Kurtz im Interview mit der Morgenpost

Link: http://www.mopo.de/2009/20090530/hamburg/politik/jetzt_spricht_die_uni_praesidentin.html


Abendblatt:

Gab es in den vergangenen Tagen Momente, in denen Sie auch über Rücktritt nachgedacht haben?

Auweter-Kurtz:

Nein.


Link: http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1032705/Uni-Praesidentin-Ich-denke-nicht-an-Ruecktritt.html

Dokumentiert: AStA HfbK solidarisiert sich

Der AStA der Hochschule für bildende Künste HfbK Hamburg erklärt seine volle Solidarität mit den Geisteswissenschaften der Universität Hamburg und fordert die umgehende Bestätigung von Hans-Martin Gutmann als Dekan durch das Präsidium.

Die Verweigerung der Bestätigung des demokratisch gewählten Dekans durch die Präsidentin der Universität ist nur der Auftakt der in Zukunft gesetzlich verhinderten Demokratie an den Hochschulen. Mit dem neuen Wissenschaftsförderungsgesetz verringert sich die Selbständigkeit der Künste und Wissenschaften weiter drastisch. Zusammen mit den bestehenden Gesetzen ergibt sich die Situation, dass in Hochschulen die im Grundgesetz Art. 5 Abs.3 vorgesehene Freiheit von Forschung und Lehre nur noch zum Schein gewahrt ist. Die eingeführten unternehmensähnlichen Top-Down-Strukturen greifen massiv in die Selbstbestimmtheit der Fachbereiche ein.

Es ist auch ohne Bezugnahme auf das Grundgesetz offensichtlich, dass die Universität ihre öffentlichen Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Hochschulen, die nur noch dem Diktat des Wettbewerbs unterliegen, die keine historischen und aktuellen Sinnbezüge zur Gesellschaft mehr unterhalten, die keine öffentlichen Institutionen der Kritik und Wiedersprüche sind, sind nicht mehr, als vorhumboldtsche Kadettenschulen. An Auweter-Kurtz erkennen wir Posen instrumenteller Vernunft, Antiintellektualismus und ideologische Schmalspur. Es ist offensichtlich, dass sie nicht in der Lage ist, eine ausgewogene und sachgerechte Politik für alle Fachbereiche zu gewährleisten. Der Rücktritt der Präsidentin ist deshalb unausweichlich.

Die grünen Wahlbetrüger bescheren Hamburg die Fortsetzung einer Hochschulpolitik, die inhaltlichen, d.h. wissenschaftlichen Wettstreit durch einen künstlich inszenierten Wettbewerb ersetzt. Ein System aus Punkten und Ziffern wurde zu diesem Zweck jenseits wissenschaftlicher Anforderungen errichtet. Dieses Theater lässt nach außen alles glänzen, was innen an Überbürokratisierung und Hyperkontrolle ersticken wird. Die gezielte Vernichtung von Wissen und Praxen, die Unterwerfung freier Diskurse unter das Regime der wirtschaftlichen Verwertbarkeit, die absurde Übersetzung von Qualitäten in buchhalterisch verrechenbare Größen muss gestoppt werden! Der entfesselte Wahnsinn der Wissenschaftsbehörde muss beendet werden!

Der AStA der Hochschule für bildende Künste HfbK Hamburg am 26.05.2009

Dokumentiert: Die Welt -- Dekane stellen sich hinter die Uni-Präsidentin

Die sechs Dekane der Universität Hamburg stellen sich gegen die Kritik aus den Reihen der Professorenschaft: "Die Dekane lehnen das Vorgehen einiger Mitglieder der Universität entschieden ab, weil die Universität und das Präsidium durch Halbwahrheiten diskreditiert werden und dies dem Ansehen der Universität schadet", sagt Professor Heinrich Graener, Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät, nach einem Gespräch mit Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz am Donnerstag. "Die existierenden Probleme sind kurzfristig zwischen Präsidium, Dekanaten und Fakultäten zu besprechen und zu lösen."

In den letzten Tagen war die Auseinandersetzung zwischen Präsidium und Professorenschaft entflammt, nachdem drei Professoren aus den Geisteswissenschaften zur Abwahl der Uni-Präsidentin aufgerufen hatten und drei ehemalige Vizepräsidenten Kritik an der Führung des Präsidiums übten (die WELT berichtete).

"Hier werden zwei Ebenen miteinander vermischt, und das ist nicht zulässig", betont Graener. "Die Politik hat Gesetze gemacht, und die funktionieren und sind einzuhalten. Der Normalfall ist auch, dass es funktioniert." Wenn einzelne Kollegen die Hochschulgesetze ändern wollten, dann müssten sie sich an die Politik wenden. "Das kann aber nicht mit inneruniversitären Problemen vermengt werden."

Die Debatte hat aber längst die Hamburger Politik erreicht. So wendeten sich die ehemaligen Vizepräsidenten explizit an die Fraktionen der Bürgerschaft. SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt kann die Kritik nachvollziehen, gleich, ob es um die Debatte über den Umzug der Uni oder das Hochschulgesetz und die "weitgehende Entdemokratisierung" gehe. Die Kritik am geplanten Hochschulrahmengesetz, das Regelungen enthalte, die die akademische Selbstverwaltung reduzierten, teilt auch der AStA.

Stapelfeldt vermisst ohnehin, dass Diskussionen an der Uni ausgetragen werden. "Ich vermute, dass in der Bürgerschaft mehr über die bauliche Entwicklung der Uni diskutiert wurde als im Akademischen Senat der Universität." Die Bürgerschaft könne sich nicht in die Vorgänge an der Uni einmischen, wohl aber sei die Wissenschaftssenatorin in der Pflicht: "Bei der Kritik am UKE hat die Senatorin, auch wenn es eine andere Situation war, aber mit ähnlichem Hintergrund, sofort einen Bericht gewünscht. Sowohl die Stimmen aus der Professorenschaft wie auch der Brief der ehemaligen Vizepräsidenten sind ein deutliches Zeichen für Frau Gundelach, das Gespräch mit Hochschulangehörigen zu suchen."

Für den CDU-Wissenschaftsexperten Wolfgang Beuß ist in der jetzigen Situation vor allem die Uni-Präsidentin selbst gefragt: "Es muss mehr Kommunikation geben, die Präsidentin muss in einen Dialog mit denjenigen treten, die sie kritisieren." Er betont, dass es sich noch um eine inneruniversitäre Angelegenheit handele, erst wenn alle internen Versuche nicht fruchteten, könne sich die Politik einmischen.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Via Privacy-Box: Moni-Napping, die Zweite


Gestern fand eine außerordentliche Sitzung des Fakultätsrates der Fakultät EPB an der Uni Hamburg statt. Zu dieser war auch die Unipräsidentin Auweter-Kurtz aka Raketen-Moni geladen. Sie wurde gebührend begrüßt und verabschiedet.


Die Themen der Sitzung waren der geplante Uni-Umzug in die Nähe des Bonzenviertels HafenCity und die Finanzumschichtungen innnerhalb der Uni, also auch um die drastischen Kürzungen an der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie, Bewegungswissenschaft im Rahmen des Struktur- und Entwicklungsplans (STEP). (siehe http://de.indymedia.org/2009/04/247029.shtml)

Zur Begrüßung der Präsidentin war der Campus von einigen Aktivist_innen mit bunten Raketen und anderen Plakaten verschönert worden. Die plakatierten Raketen waren mit den aktuellen Mistigkeiten beschriftet worden, die wir am liebsten zum Mond schießen würden: Elite, Hochschulrat, Studiengebühren, Uni-Umzug, unkritischer AStA, STiNE, Effizienzdenken, Zulassungsbeschränkungen usw.

Zum Einmarsch der Präsidentin wurde ihr von der angetretenen Campus Army das extra für diesen Anlass verfasste Ständchen „Stets ein Lied zum Marsch parat“ gebracht. (s.u.) Viva Monika!

Die Sitzung begann mit einem ca. halbstündigen Monolog der Präsidentin in dem sie unter Zuhilfenahme einer etwas veralteten PowerPoint-Präsentation die verschiedenen längst bekannten Szenarien für die Renovierung, den Umbau bzw. die vollständige Verlagerung der Universität auf den Kleinen Grasbrook darstellte. In ihrem ganzen Vortrag nahm sie nicht ein einziges Mal Bezug auf die bei anderen Anlässen geübten Kritiken an den Plänen und auch nicht auf den Beschluss des Fakultätsrats EPB, in dem der Uni-Umzug einstimmig abgelehnt wurde. Alle Anwesenden waren sichtlich genervt von ihrer selbstherrlichen Ignoranz.

In einer Fragerunde befragten sie mehrer Dozent_innen und studentische Vertreter_innen nach ihrer „Vision“ der Universität und äußerten Angst vor ihrer Verwirklichung und der Zerschlagung der Universität. Sie blieb eine befriedigende Antwort schuldig. Prof. Pazzini merkte mit Bezug auf die Präsentation an, dass die „3D-Version einer Excel-Tabelle“ keine Vision sei.

Auch was die im Struktur- und Entwicklungsplan festgeschriebenen Kürzungen betraf, gab es wenig Neues von der Präsidentin zu hören. Sie wiederholte das, was sie bereits im vergangenen Jahr an anderer Stelle dazu gesagt hatte – Kürzungen sind unvermeidlich, eigentlich gibt es sogar mehr Geld - und erging sich ansonsten in inhaltslosen Floskeln.
Nach zwei Stunden war dieses Lehrstück in Ignoranz und Platitüden seitens der Präsidentin vorbei und es gab noch einmal ein Ständchen von der Campus Army & Friends.
Auweter-Kurtz verließ im Anschluss mit ihrem Lakaien schnurstracks den Hörsaal und wähnte sich wohl schon in ihrer Limousine; doch so schnell sollte sie nicht davon kommen.. Als sie vor dem Rechtshaus in ihr Auto stieg, wurde dieses (wie bereits in der Vergangenheit: http://de.indymedia.org/2009/04/248174.shtml) von ca. 10 Studis blockiert. Sichtlich genervt musste sie ihr Gefährt verlassen und flüchtete über den Uni Campus, gefolgt von einer Gruppe Studierender.

Vor dem Hauptgebäude der Uni versuchte sie dann in ihrem dorthin georderten BMW zu flüchten. Doch dies gelang ihr zunächst nicht, da auch dieser wieder blockiert wurde.
Erst mit Hilfe der herbeigerufenen Polizei gelang ihr schließlich der Abgang.
PS: Beim Bundesweiten Bildungsstreik vom 15. – 19 Juni sollte Moni lieber in den Urlaub fahren….! (Mehr Infos: www.bildungsstreik2009.de)

Dokumentiert: taz zur Präsidentinnenfrage

Uni-Präsidentin verliert Basis

PROFESSOREN-PROTEST Hochschullehrer sammeln Unterstützung für die Abwahl von Auweter-Kurtz. Drei ehemalige Vizepräsidenten sind ebenfalls kritisch

Alle ProfessorInnen der Universität Hamburg sind aufgefordert, einen Protestaufruf zu unterstützen, in dem die Abwahl von Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz gefordert wird. Die Initiatoren sehen an der Uni "gravierende Missstände", welche sie "weitestgehend dem amtierenden Präsidium anlasten".

"Wenn man keinen Rückhalt an der Uni hat, muss man Konsequenzen ziehen. Aber wir können die Präsidentin nicht direkt absetzen", sagt einer der Initiatoren. Er möchte nicht namentlich genannt werden, weil der Protestbrief eigentlich nicht öffentlich werden sollte, bevor ausreichend Unterschriften gesammelt wurden. Wenn bis zum 9. Juni ausreichend ProfessorInnen unterzeichnet haben, wird der Brief offiziell an den Hochschulsenat geschickt. Würde dieser beschließen, die Absetzung von Auweter-Kurtz zu fordern, läge die Entscheidung beim Hochschulrat, der sich mehrheitlich aus uni-externen Mitgliedern zusammen setzt. Der Hochschulrat könnte die Präsidentin mit einer Dreiviertelmehrheit abwählen.

Erst vergangene Woche hatte das Präsidium unter Auweter-Kurtz den vom Fakultätsrat der Geisteswissenschaften zum Dekan gewählten Hans-Martin Gutmann ohne Begründung abgelehnt. Es sei das Gefühl da: "Jetzt reicht es endgültig", sagt einer der unterzeichnenden Professoren, der an der Wahl Gutmanns beteiligt war. Der Brief wurde zuvor geschrieben, die Ablehnung des Dekans komme nun hinzu.

Bereits aus vier Fakultäten habe man Zustimmung bekommen, sagt einer der Initiatoren. "Die erste Unterschrift war in fünf Minuten da." Er befürchtet allerdings, dass sich jüngere Kollegen aus Angst vor personellen Konsequenzen mit ihrer Meinung zurückhalten. Für ihn sei ausschlaggebend: "Loyalität gilt der Institution Universität, und weniger den Personen."

Die drei ehemaligen VizepräsidentInnen der Uni, Wilfried Hartmann, Jörg Henning und Barbara Vogel, wollen - trotz der "selbstverständlichen Loyalität gegenüber der Universitätsleitung" - ihre Kritik ebenfalls nicht mehr zurückhalten. Am Dienstag haben sie einen Brief an die Fraktionen der Bürgerschaft geschickt, in dem sie vor "einer drohenden Zerstörung der Universität" warnen.

Die ehemaligen VizepräsidentInnen kritisieren zum einen den von Auweter-Kurtz geforderten Uni-Umzug auf den Kleinen Grasbrook. Dieser sei eine Neugründung ohne Gründungsidee und missachte die gewachsenen Strukturen des bestehenden Uni-Campus am Grindel.

Zum anderen missfällt ihnen der Abbau demokratischer Strukturen durch die geplante Verschärfung des Hochschulgesetzes. Bereits jetzt seien die "fehlende Kommunikation der Universitätsleitung und die Missachtung der Universitätsangehörigen" beunruhigend.

HELGE SCHWIERTZ

Mittwoch, 27. Mai 2009

Via Email: Aufruf an die Mitglieder des AS

Hamburg, den 25. Mai 2009

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Mitglieder des Hochschulsenats,

gravierende Missstände an dieser Universität, die weitestgehend dem amtierenden Präsidium anzulasten sind, erfordern rasches Handeln.

Wir stellen fest: Leitung und Organisation der Universität richten sich nicht mehr an den Erfordernissen von Forschung und Lehre aus, sondern sind von einer dysfunktionalen und praxisfernen Überbürokratisierung gekennzeichnet.
Permanente Veränderungen von Verfahren und Ordnungen führen zu Funktionsmängeln (z.B. Einführung von Kostenstellen, Festhalten an dem überforderten Studienverwaltungssystem STiNE), zu unnötiger Mehrbelastung und zu Rechtsunsicherheit.
Mangelnde Kommunikationsfähigkeit des Präsidiums nach innen und nach außen, Missachtung der verbliebenen Selbstverwaltung und unprofessionelle Personalführung schaffen eine Atmosphäre, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verhindert und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Arbeit an dieser Universität verleidet.
In kurzer Zeit hat sich die Universität Hamburg zu einer autoritär geführten Einrichtung entwickelt. Eine Rückkehr zu kooperativem und kollegialem Verhalten ist daher dringend geboten, denn eine Universität, deren Mitglieder demoralisiert und ihrer eigenen Institution entfremdet werden, verliert jede Attraktivität.
Wir fordern Sie auf, von Ihrem gesetzlichen Recht Gebrauch zu machen, dem Hochschulrat die Abwahl der Präsidentin vorzuschlagen!

Mit freundlichen Grüßen im Namen aller Unterzeichnenden
Michael Friedrich
Hans-Werner Goetz
Bruno Reudenbach

AStA mahnt zur Besonnenheit: Rücktrittsforderungen gehen über Ziel hinaus

Der Rücktritt der Präsidentin abzuwählen, geht selbst der Studierendenvertretung AStA zu weit: „Von den Rücktrittsforderungen halten wir nichts, wir wünschen uns einen Dialog zwischen beiden Seiten“, sagt AStA-Vorsitzende Aleksandra Szymanski. Wobei sie auch aus ihrer Kritik keine Hehl macht: „Wir sehen es als bedenklich, wenn die Uni-Präsidentin sich nicht mehr auf die Mehrheit der Professoren stützen kann. Sie muss nachweisen können, dass sie Unterstützung aller Professoren hat.“


Link: http://www.welt.de/hamburg/article3814007/Ehemalige-Vizepraesidenten-kritisieren-Praesidentin.html

Akademischer Senat gerät in den Blickpunkt

Da in den vergangenen drei Tagen recht häufig der Unipanther unter Google-Suchanfragen wie

"Rechtsnorm, Abwahl, Präsidentin" oder "Absetzung , Auweter-Kurtz" sowie "AS, Putsch, Moni" heimgesucht wurde holen wir die für ein vorzeitiges Ende der Ära "Au-Ku" noch ein mal hervor.

Deswegen jetzt die passende Passage aus § 80 Abs. 4 HmbHG:


(4) 1 Der Hochschulrat kann mit einer Mehrheit von drei Vierteln seiner Mitglieder die Präsidentin oder den Präsidenten abwählen. 2 Der Hochschulsenat kann mit einer Mehrheit von drei Vierteln seiner Mitglieder dem Hochschulrat die Abwahl der Präsidentin oder des Präsidenten vorschlagen.

Als zusätzlicher Service hier auch die Wellen die der Fall langsam in der Presse schlägt:

FR: Profs wollen Unipräsidentin abwählen

NDR: Professoren fordern Rücktritt der Uni-Präsidentin

Die Welt: Hamburgs Uni-Präsidentin unter Druck


Dokumentiert Antrag zum Verhalten Auweter-Kurz' gegenüber dem FakRat Geisteswissenschaften.

Antrag zum Verhalten Auweter-Kurz' gegenüber dem FakRat
Geisteswissenschaften.

Das Studierendenparlament Möge beraten und beschließen:
Das Studierendenparlament nimmt die Entscheidung von
Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurz, Herrn Prof.
Gutmann als neuen Dekan der Fakultät für
Geisteswissenschaften nicht zu bestätigen, mit großer
Sorge zur Kenntnis.
Herr Prof. Gutmann wurde nach einem fachgerechten
Auswahlverfahren der dafür bestimmten Dekan-
Findungskommission -in welcher Frau Auweter-Kurz
Mitglied war- dem Fakultätsrat zusammen mit anderen
Kandidat/Innen vorgeschlagen und von diesem
einstimmig(!) gewählt.
Daß Frau Auweter-Kurz ihr Recht als Uni-Präsidentin
in dieser Weise wahrnimmt und die eindeutige
Entscheidung der Fakultät für Geisteswissenschaften
ignoriert ist ein Affront gegen die Universität, die
Lehrenden und nicht zuletzt gegen die Studenten.
Das Studierendenparlament fordert hiermit die
Präsidentin auf die Entscheidung des Fakultätsrates
Geisteswissenschaften zu akzeptieren und Herrn Prof.
Gutmann als neuen Dekan der Fakultät für
Geisteswissenschaften zu bestätigen.
Des Weiteren fordert das Studierendenparlament die
Präsidentin auf sich zu ihrem Verhalten zu äussern.

Montag, 25. Mai 2009

Sonntag, 24. Mai 2009

Nachgereicht



via: Floating-Flo

AStA zur Schlechtwetterlage in der akademischen Selbstverwaltung

Besser spät als nie. Nachdem es eine Woche rumort hat findet auch der AStA klare und drastische Worte bezüglich der Kritik an Präsidentin Auweter-Kurtz:

"Studentensprecher Severin Pabsch von der Juso-Gruppe bescheinigt ihr trotz Vorbehalten, "die Uni in Bewegung gebracht und ihre Zukunft zum Thema gemacht zu haben".

Quelle (recht interessant): http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/1766936_Hochschulpolitik-Meuterei-an-der-Uni-Hamburg.html


Der letzte Absatz wäre da noch zu empfehlen:

Mit Verweis auf die ausgehöhlte akademische Selbstverwaltung ziehen sich viele Professoren in die "innere Emigration" zurück und konzentrieren sich ganz auf ihr Fachgebiet. Das ist dem Gesamtbild der Uni nicht unbedingt förderlich, wie sich am aktuellen CHE-Ranking zeigt. Ein Mitarbeiter der Uni, der nicht genannt werden möchte, erklärt das so: "Der Aufwand für die Mitwirkung von unten nach oben ist in unserer Uni zu groß, der Ertrag zu gering."

Ob und wie weit dies von den studentischen VertreterInnen im akademischen Senat geteilt oder wahrgenommen wird bleibt offen.

Samstag, 23. Mai 2009

Kulturkurs "Unterschriftenwerkstatt"



Wie die heutige Ausgabe der Mopo berichtet hat der Bundestagskandidat der SPD-Eimsbüttel in den stressigen Zeiten des Wahlkampfes nicht die Zeit seine Briefe selbst zu unterschreiben. Dies hat bei der letzten Rundbrief-Aktion in der Hamburger SPD für Verstimmungen gesorgt. Die mit der Unterschrift betrauten Jusos hatten sich nicht akkurat genug an die Vorlage gehalten.
Ein Thema über das die Mopo anscheinend lieber berichtet als die derzeitigen Vorgänge an der Universität. Hier versagt die Morgenpost entscheidend und überläßt das Feld dem kritischen Auge der Springer-Presse.

Der AStA bietet laut gut unterrichteten Kreisen einen speziell dieser Problematik entgegenwirkenden Schnellkurs im Rahmen seiner Kulturkurse an.

Hier lernen die Genossen in leicht zu merkenden Schritten die Handschrift ihres Kandidaten zu deuten und zu beherrschen.




Wer nicht so lange warten möchte und heute abend noch dringend seine 1500 Anschreiben oder vielleicht auch nur die schon lange liegen gebliebene Amazon-Rechnung, einen Kaufvertrag über einen Eselkarren, eine Unterschriftenliste zum Verbleib der Uni oder Einberufung einer uniweiten Vollversammlung oder andere schöne Dinge unterschreiben möchte bekommt als speziellen Service des Uni-Panthers hier die Schreibvorlage:

Richtig:

Nicht ganz richtig (kommt der Vorlage sehr nah):




Link: Mopo über den "Schwindel" mit der Unterschift





Freitag, 22. Mai 2009

Wenn das Erträgliche überschritten ist: Gremienvertreter treten aus Protest zurück

Nicht nur weise, auch wachsam: Die Eule

Die zweitgrößte ProfessorInnenliste an der UHH, die "Eule der Minerva", hat wegen des immer stärker um sich greifenden Demokratiemangels in der akademischen Selbstverwaltung am Dienstag den Rücktritt aller ihrer VertreterInnen aus dem Akademischen Senat und seinen Ausschüssen beschlossen.


Die Eule der Minerva steht in der Tradition des streitbaren und nicht vergessenen Direktors des Soziologischen Instituts, Herrmann Korte, der selbst über Jahre bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2000 die Hochschulpolitik der Universität mitgestaltete.

Bei den zurück getretenen Minerva-Eulen handelt es sich um die AS-Mitglieder Prof. Sting, Prof. Klein, Prof. Beltzer und Prof. Reuther und ihre Verteter Prof. von Lüde, Prof. Greven und Prof. Gutmann der gleichzeitig vom Fakultätsrat Germanistik zum Dekan gewählt und vom Uni-Präsidium nicht bestätigt worden war.

In einer Erklärung begründet die "der GAL nahe stehende" Eule der Minerva ihren Rückzug unter anderem mit der durch das neue Wissenschaftsförderungsgesetz weiter betriebenen Entmachtung der universitären Gremien und der unzumutbar kurzen Frist für die Universitäts-Senatsmitglieder zu der Gesetzesvorlage Stellung zu nehmen.

Auch der Fall Dekansfindung Geisteswissenschaften und vorangegangene Konflikte zwischen Uni-Präsidium und Lehrenden wie der Fall Todt haben sicherlich dem Rücktritt zugetragen. Alles in allem kann man das Klima auf der Ebene der akademischen Selbstverwaltung nun vollends als vergiftet betrachten.

Es steht außer Frage ob die bisherigen Methoden der Uni-Präsidentin in Sachen Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit, Diskussionsbereitschaft und Transparenz der adäquate "Führungsstil" für eine Universität, die eben doch kein Unternehmen ist, waren. Betrachtet man den Scherbenhaufen der letzten zwei Jahre so kann man mit Gewissheit sagen, dass Frau Auweter-Kurtz es gerade zu darauf angelegt, die Anzahl ihrer Gegner sukzessive zu erhöhen.


Welche Konsequenzen sich aus dieser Verschärfung des Tons an der Universität ergeben wird sich spätestens auf der kommenden Sitzung des akademischen Senats zeigen.

Dienstag, 12. Mai 2009

Dokumentiert: AStA zur Urabstimmung

Studiengebühren nach wie vor falsch
Seit 2006 werden an der Universität Hamburg Studiengebühren erhoben.
Von Anfang an hat sich der AStA gegen Studiengebühren ausgesprochen.
Auch durch das neue Konzept der Nachgelagerten Gebühren hat sich
nichts daran geändert, dass Studiengebühren falsch sind!

1. Studiengebühren sind unsozial.
Nur ein Bruchteil der Kinder aus sozial schwächeren Familien finden den
Weg ins Studium. Bei Familien mit einem höheren Einkommen sind es
dagegen ca. zwei Drittel. Dieser Misstand wird durch die Erhebung von
Studiengebühren weiter verschärft. Diese führen dazu, dass gerade diejenigen,
die nicht aus einem finanziell starken Elternhaus kommen, die
Nachlagerung in Anspruch nehmen müssen um ein Studium beginnen zu
können. Dies kommt einem Kredit zur Studienfinanzierung gleich. Trotz der
Zinsfreiheit haben viele vor einer hohen Verschuldung durch die „Campus
Maut“ Angst und müssen sich die Frage stellen, wie die Gebühren nach
dem Studium auf einen Schlag zurück gezahlt werden können, wie es das
Gebührengesetz verlangt. Daher entscheiden sich viele schon im Vorfeld
gegen ein Studium.
Eine „geheime“ Studie des Bildungsministeriums belegt dies: Studiengebühren
schrecken von der Aufnahme eines Studiums ab!
Besonders Studieninteressierte aus sozial schwächeren Familien sind
davon betroffen. Es hat sich gezeigt, dass in Hamburg 7000 Studierende
nach wie vor die Gebühren sofort zahlen, und wie vorhergesehen, Studierende
nicht bereit sind, einen Kredit aufzunehmen.
Der Druck sich, sich die Studienfinanzierung selber zu ermöglichen ist für
Studierende und Studieninteressierte enorm.
Anstatt dem Erfordernis gerecht zu werden mehr Studieninteressierte und
letztlich Hochschulabsolventen zu gewinnen, wird mit Studiengebühren
die Anzahl derer, die einen Hochschulabschluss machen wollen, weiter
sinken.

2. Studiengebühren erzielen nicht den erdachten Zweck
Studiengebühren sollen eigentlich nicht die finanzielle Grundversorgung
der Universität ersetzen, sondern die Studienbedingungen verbessern.
Doch in vielen Fachbereichen geschieht das Gegenteil. Anstatt zusätzliche
Vorlesungen oder Seminare anzubieten, werden immer wieder die bereits
vorhanden Lehrangebote durch Studiengebühren gehalten, die ohne die
zusätzlichen Gelder von den Studierenden gestrichen werden müssten.
Die vermeintlichen Verbesserungen, die durch Studiengebühren geschaffen
werden sollen, z.B. mehr Tutorien oder längere Öffnungszeiten der
Bibliotheken wirken wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Um
tatsächlich die Lehre, Forschung und Infrastruktur an der Universität zu verbessern
und auszubauen, braucht es die längst überfällige, adäquate
Finanzierung durch die Stadt und eine Beendigung der chronischen Unterfinanzierung
der Uni. Durch kleine Verbesserungen in den einzelnen Fachbereichen
durch Studiengebühren werden die wirklichen Probleme der Uni
nicht gelöst und wird davon abgelenkt, wer in der Verantwortung steht die
Uni zu finanzieren.
Nämlich die Stadt, nicht die Studierenden.

3. Nachgelagerte Studiengebühren sind unökonomisch
Auch nachgelagerte Studiengebühren sind unsozial und uneffektiv.
Zusätzlich kosten sie der Stadt mehr, als sie der Uni bringen werden. Denn
die fehlenden Gelder der Studierenden, die tatsächlich stunden lassen,
werden durch die Stadt ausgeglichen. Diese muss dafür aber einen verzinsten
Kredit aufnehmen. Auf lange Sicht werden die entstehenden
Zinseszinsen die Rückzahlungen der Studierenden nach dem Studium
übersteigen, so dass zunächst ein Nullsummenspiel, dann ein Verlust für
die Stadt entstehen wird. Aus ökonomischer Sicht ist dies unsinnig.
Anstatt Gebühren zu erheben und dafür Zinskosten zu zahlen, sollte die
Stadt direkt das Geld in die Universität investieren.
Das alles zeigt, dass Studiengebühren, ob nachgelagert oder nicht, unsozial,
ineffektiv und diesem Fall auch unökonomisch sind. Studiengebühren
sind keine geeignete Form der Hochschulfinanzierung. Es wird Zeit, dass
auch die Studiengebührenbefürworter dies verstehen und über eine sozial
verträgliche und sinnvolle Finanzierung der Uni sprechen.

Dokumentiert: FSRK zur Urabstimmung

Gebührenfreiheit - Teil einer erfreulichen Zukunft für alle.
Studiengebühren sind nicht das Ergebnis leerer Staatskassen.
Das ist spätestens bekannt, seitdem die Mehrheit der Hamburger
Bürgerschaft 13.000.000.000 Euro für die marode HSH-Nordbank zur
Verfügung stellen kann.
Das schwarz-grüne Modell der „nachgelagerten Studiengebühren“ ist
entsprechend nicht darauf ausgerichtet, den Hochschulen ernsthaft
zusätzliches Geld zukommen zu lassen: den erwarteten, jährlich von
den Studierenden zu zahlenden, 35 Millionen Euro Einnahmen stehen
jedes Jahr 22 Millionen Euro Verwaltungs- und Zinsaufwand für den
Staat gegenüber. Es bleiben gerade mal 13 Millionen Euro Mehreinnahmen
für alle Hamburger Hochschulen - alleine im „Elbphilharmonie“-
Kommerztempel stecken somit 35 Jahre Studiengebühren.
Wofür aber dann hält die schwarz-grüne Koalition auf Teufel komm
raus an den Studiengebühren fest?
Studiengebühren sollen Bildung und Wissenschaft der direkten
wirtschaftlichen Verwertbarkeit anheim stellen.
Mit der Entgeltpflichtigkeit des Studiums wird die wissenschaftliche
Bildung zu einer käuflich zu ergatternden Ware degradiert. Studierende
sollen ihren Erwerb als Investition in die eigene Karriere begreifen.
Unter dem sozialen und ideologischen Druck der Gebühren soll
in kürzester Zeit nur noch gelernt werden, womit sich „just in time“
als „Humankapital“ am besten auf dem Arbeitsmarkt verkauft werden
kann. Die Studierenden sollen sich selber also nur noch als Ware
begreifen. Jeder kritische Gesellschaftsbezug, jede langfristige Entwicklungsperspektive
sei eigentätig aus dem Studium zu entfernen.
Diese „Lenkungsfunktion“ (Ex-Wissenschaftssenator Jörg Dräger bei
Einführung der Studiengebühren in Hamburg) will der aktuelle Senat
mit den nachgelagerten Gebühren retten.
Studiengebühren wirken anti-demokratisch.
Das Studium als käufliches Privileg darzustellen, ist auf die Beförderung
von Egoismus und Ellenbogengesellschaft gerichtet. Statt wissenschaftliche
Erkenntnisse und Bildung zum Allgemeingut zu
machen, sollen sie als Konkurrenzvorteile gegen andere eingesetzt
werden. Diese Leistungsnorm forciert Isolation und Angst vor „Versagen“,
dekultiviert den Hochschulalltag und ist somit gegen die Solidarität
gerichtet.
Die Hochschulen erscheinen zudem nur noch als „Dienstleistungsbetrieb“,
dem die Studierenden als „Kunden“ gegenüber treten. Das
Angebot-Nachfrage-Prinzip soll die kooperative Entwicklung von
Wissenschaft in gemeinsamen Entscheidungsprozessen aller Hochschulmitglieder
ersetzen.
Auch nachgelagerte Studiengebühren sind unsozial.
Jede Verbindung von Bildungsmöglichkeiten mit der strukturell
ungleichen privaten Einkommens- und Vermögensverteilung in der
Gesellschaft führt zur Vertiefung entsprechender Ungleichheit in der
Bildung. Daran ändert auch die teilweise zeitliche Verzögerung der
Gebührenpflicht als „Nachlagerung“ nichts, weil die Aussicht auf
Verschuldung für sozial und kulturell Benachteiligte stärker negative
Bedeutung hat.
Gebührenfreiheit eröffnet erfreuliche Entwicklungsperspektiven.
Gerade in gesellschaftlichen Krisenzeiten dürfen Bildung und Wissenschaft
nicht mittels Studiengebühren ihres emanzipatorischen
Potentials beraubt werden. Kritische Erkenntnis und persönliche
Entfaltung der Menschen sind von wesentlicher Bedeutung zur Überwindung
gesellschaftlicher Probleme. Gebührenfreiheit schafft Muße
für eine solche emanzipatorische Bildung, befördert den gesellschaftlichen
Nutzen der Wissenschaft, trägt zur Demokratisierung der Einrichtung
und zu einer solidarischen Alltagskultur bei und ist eine notwendige
Voraussetzung für die soziale Öffnung der Hochschulen.
Daher: „Ja, ich bin für die Gebührenfreiheit des Studiums.“

Verwirrend: Nein und Ja zur Urabstimmung


Die Jusos fordern deshalb:
"Wir brauchen viele Stimmen gegen Studiengebühren, um dieser Bildungspolitik von Schwarz-Grün eine Absage zu erteilen! Deine Stimme für ein klares NEIN!"


Urabstimmung bis Donnerstag


Aufruf des Regenbogen: http://allchangeplease.blogsport.de/2009/05/10/diese-woche-urabstimmung-und-bildunsstreiktreffen/

Aufruf FSRK: http://www.gebuehrenboykott.de/

Aufruf Jusos: http://www.jusos-unihamburg.de/aktuell/index.html

Aufruf AStA: Link

Aufruf CampusGrün: http://www.campusgruen.org/news/Urabstimmung/

Montag, 11. Mai 2009

Dokumentiert: Taz zur Hochschuldemokratie (O-Töne von Campusgrün und AStA

Hamburg hat mit seiner Universität Großes vor. Von einem Neubau auf einer Hafen-Halbinsel ist die Rede. Doch im Schatten dieser glamourösen Pläne bringt CDU-Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach ein "Wissenschaftsförderungsgesetz" auf den Weg, das gehörig Hochschuldemokratie abbaut. Nicht mal die mitregierenden Grünen haben gemerkt, dass den Fachbereichen das Recht genommen werden soll, ihre Dekane zu wählen. Dieses Amt soll künftig nur bekleiden, wer vom Präsidenten der Uni ausgesucht wurde.

Dass es ich hierbei nicht um eine unwichtige Formalie handelt, zeigen die gegenwärtigen Zustände an der Uni Hamburg. Denn Gundelachs Vorgänger, der parteilose Wissenschaftssenator Jörg Dräger, hatte 2003 mit seinem Hochschulgesetz die akademische Selbstverwaltung schon sehr weit eingeschränkt und mit dem externen Hochschulrat eine Konstruktion durchgesetzt, in der die Uni-Präsidentin, derzeit in Gestalt der Raketenforscherin Monika Auweter-Kurtz, von außen eingesetzt wird und kaum mehr abwählbar ist. Auweter-Kurtz gilt als nachtragend und hat in zwei Jahren Amtszeit schon eine Reihe von Mitarbeitern ihrer Position enthoben. An der Uni haben gestandene Professoren Angst, ihre Meinung zu sagen.

In dieser Situation stellte sich an der Fakultät für Geisteswissenschaften mit Hans-Martin Gutmann ein Dekan zur Wahl, der in seinem Bewerbungsschreiben diese Probleme ansprach und von einer "tiefen Vertrauenskrise" schrieb. Der Theologieprofessor wurde am 6. Mai vom Fakultätsrat gewählt, doch laut dem Drägerschen Hochschulgesetz muss Auweter-Kurtz seine Wahl noch bestätigen. Sie zögert und hat durchblicken lassen, dass sie Gutmann nicht will.

Doch geht es nach dem neuen Paragraf 90 in dem nun von Gundelach vorgelegten Gesetz, kann es zu einer für Auweter-Kurtz unliebigen Kandidatur gar nicht mehr kommen. Denn der Passus, der die Wahl durch die Basis erlaubt, wird dort gestrichen. Dabei war dies 2002 ein Zugeständnis von Dräger, nachdem 191 Professoren in einem offenen Brief protestiert hatten. Die Sache ist ein Politikum. Doch sechs Jahre später kippt Gundelach die Passage, ohne dies in ihrer Pressemitteilung zum Gesetz zu erwähnen. Nur wer den nicht-öffentlichen Referentenentwurf liest, erfährt davon.

"Hier passiert die vollständige Entdemokratisierung unter dem Deckmantel der Effizienzsteigerung", sagt die SPD-Hochschulpolitikerin Dorothee Stapelfeldt. "Wenn das so kommt, haben wir eine militärische Universität", ergänzt Politikprofessor Hans J. Kleinsteuber. "Die Dekane werden die Feldwebel der Präsidentin." Die Wissenschaftsbehörde argumentiert damit, dass sich die alte Regelung nicht bewährt habe, weil sich die Dekane-Suche oft über Monate hinzog. Weil das Verhältnis zwischen Uni-Chefin und den sechs Fakultäten angespannt ist, ist es schwer, Kandidaten zu finden. "Ich halte diese Gesetzesänderung für die Auflösung des Problems in die falsche Richtung", sagt Gutmann. "Die Streichung demokratischer Beteiligungsrechte ist immer ein Problem." Das sollte auch den Grünen nicht egal sein.

Deren Hochschul-Sprecherin war nicht zu erreichen, dafür aber die Unigruppe Campus-Grün. "Wir sind für Hochschuldemokratie und für die Wahl der Dekane durch die Fakultäten", sagt Sprecher Martin Burmester. Über das neue Gesetz habe es in der Koalition eine Absprache gegeben. Die Sache mit der Dekanen-Wahl sei da wohl "übersehen worden".

Link: http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/abschied-von-der-hochschul-demokratie